Motorrad

Test: Motorradnavigation Beeline Moto - Schick, schlicht, smart

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In ein Motorradcockpit lässt sich das Beeline-Display problemlos integrieren Foto: Beeline

Ein Navigerät oder Smartphone kann ein schickes Motorrad-Cockpit ziemlich verschandeln. Das Beeline Moto ist eine clevere Alternative, die dezent und schick aussieht und zudem auf interessante Weise auch den Weg weist.

Alternativ zu Stand-alone-Navis oder integrierten Onboard-Systemen nutzen mittlerweile viele Biker Smartphones als digitale Wegweiser. Diese günstige Lösung setzt allerdings spezielle Halterungen, Wetterschutz und eine Stromversorgung voraus. Zudem macht sich anschließend ein ziemlich klobiges Gerät im Cockpit breit. Seit kurzem bietet die britische Firma Beeline mit ihrem Ausgabegerät Moto eine interessante Alternative, denn hier kommt ein stylisches Minidisplay zum Einsatz, das nicht nur eine gute Figur macht, sondern in Hinblick auf die zielgenaue Routenführung gute Dienste leistet. Zudem beeindruckt es mit schlichtem Design und eine auf das Wesentliche reduzierte Funktionalität. Allerdings arbeitet es nicht in jeder Hinsicht perfekt.

Vor allem seine Schlichtheit macht das verblüffend leichte Beeline interessant. Bereits die Verpackung ist klein und das Zubehör überschaubar. Ähnlich schlicht ist auch die Installation. Zunächst lädt man sich die kostenlose Beeline-App auf ein Smartphone, anschließend wird das kleine Display eingeschaltet und per Bluetooth mit dem Handy gekoppelt. Das geht in wenigen und einfachen Schritten. Die Grafik überrascht im Stand-by-Modus mit einer witzigen Funktion, denn dank eines gyroskopischen Sensors bewegt sich ein kleines Motorrad am unteren Displayrand stets in der Logik der Schwerkraft. Wird das Beeline geschüttelt, schwingt es hin und her.

Will man das Display am Lenker anbringen, muss man eine Halterung bestellen. Der Hersteller bietet hier verschiedene Lösungen. Wir haben das ,,Bar Clamp" gewählt - ein aus massivem Aluminium gearbeiteter Ring, der sich dank einer Auswahl verschiedener Gummidistanzstücke im Handumdrehen für 22 bis 33 Millimeter Durchmesser anpassen lässt. Im Sockel dieser Halterung ist eine Aufnahme für das eigentliche Beeline, welches sich dort mit einem Handgriff eindrehen lässt. Jetzt befindet sich die Anzeige mit seinem 240 x 240 Pixel großem Monochromdisplay gut sichtbar im Motorradcockpit.

Die eigentliche Navigationsarbeit übernimmt allerdings das verbundene Smartphone mit Hilfe der Beeline-App. Für die Routenführung muss man es mit einem Ziel füttern. Anschließend kann der Fahrer das Handy zum Beispiel in der Innentasche seiner Jacke verstecken und sich vom Beeline-Display mit Hilfe einfacher Symbole leiten lassen. Ein großer Richtungspfeil zeigt zum Ziel oder zur nächsten Abbiegung. Zudem gibt es eine Distanzangabe bis zur nächsten Abbiegung sowie einen kleinen Punkt, der die Abbiegerichtung vorgibt. Am oberen Rand wird zudem angezeigt, wie weit die Routenführung fortschreitet. Das funktioniert durchaus gut, gelegentlich muss man allerdings auch mit gewissen Ermessensspielräumen zurechtkommen. Das ist nicht weiter schlimm, denn ist man einmal falsch abgebogen, weist das Beeline zugleich einen Alternativweg. Sind die Verkehrswege einfach, wird man meist ziemlich sicher direkt seinen Weg finden. Schwieriger kann es werden, wenn man sich auf einer Straße befindet, die in viele Richtungen abzweigt. Hier können richtige Bildschirmnavis mit einer detaillierten Grafik meist eindeutig auf die eine richtige von vielen verschiedenen Spuren weisen. Beim Beeline funktioniert das nicht ganz so perfekt.

Man kann das Beeline auch wie eine Art Kompass nutzen. Diese Funktion ist besonders interessant beim Einsatz auf dem Fahrrad. Das Moto lässt sich ganz einfach auf die Fahrradnutzung umstellen. Im Kompass-Modus hilft das Beeline, neue Wege kennenzulernen. Das Display gibt dem Fahrer nur die Richtung und Entfernung zum Ziel an. Wer experimentierfreudig ist, kann so interessante Alternativwege finden. Diese werden übrigens von der App aufgezeichnet. Auf der Karte kann man seine Tour dann im Nachhinein noch einmal anschauen.

Ein Schwachpunkt beim Beeline ist die Stromversorgung. Nein, nicht die vom wasserdichten und selbst bei Sonnenschein gut ablesbarem Display, sondern die vom Smartphone. Der im Beeline integrierte und per USB-Kabel aufladbare Akku gewährleistet mit einer Ladung mehr als 30 Stunden Laufzeit. Im Stand-by-Modus hält der Akku sogar ewig. Allerdings saugt die App mit GPS-Navigation die Batterie vom Telefon recht schnell leer, so dass diese schon oft nach wenigen Stunden am Ende ihrer Kraft anlangt. Hat das Smartphone keinen Superakku, empfiehlt sich bei längeren Touren die Mitnahme einer Powerbank, so dass man selbst bei einer Tagestour ausreichend Energie fürs Smartphone hat.

Rund 200 Euro muss man bei Beeline investieren, will man ein Moto mit der massiv gearbeiteten Lenkerhalterung aus Aluminium haben. Im Handel wird das Beeline auch günstiger angeboten. Nicht gerade wenig für ein Gerät, das in seinen Funktionen auf das Wesentliche reduziert ist. Doch genau dies ist auch der Reiz dieser Lösung, denn in einem Motorrad-Cockpit macht es im Gegensatz zu anderen Wegweisern eine außerordentlich gute Figur. Allein aus ästhetischer Perspektive ist das Beeline jedenfalls ein Volltreffer.

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