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Sonst noch was? - Alles Berechnung

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  • 3. November 2019, 11:05 Uhr
  • Günter Weigel/SP-X
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Sonst noch was? Foto: SP-X

Wenn zwei sich treffen, kann das ein Fall für Romantiker sein oder pure Berechnung. Wobei man sich auch gerne mal verrechnet oder foppen lässt.

Wie wir inzwischen aus vielerlei Quellen wissen, sind Algorithmen das große Ding schlechthin. Sie sind die Basis für Künstliche Intelligenz und werden für vielerlei Steuerungsfunktionen eingesetzt, die ohne sie einfach nicht möglich wären. Dabei denken wir jetzt nicht nur an clevere Ampelschaltungen. Wobei so ein Algorithmus im Verkehr, beziehungsweise bei der Steuerung und Ermöglichung desselben besonders hilfreich sein soll. Das wissen wir nicht zuletzt aus der TV-Werbung, die uns immer wieder vor und nach Bundesligaübertragungen vorgesetzt wird. Schließlich kommt ohne schlaue Algorithmen auch bei Parship und ähnlichen beworbenen Diensten so schnell keiner zu einem befriedigenden Ergebnis.

Wir wissen nicht, ob bei der Liebesbeziehung der Woche Parship nachgeholfen hat, können uns aber vorstellen, dass zumindest jede Menge kluger Menschen an ebenso vielen Rechnern gesessen und schon mal hin und her kalkuliert haben, ob die Sache denn eines Happy Ends würdig ist. Das ist nämlich nicht ausgemacht. Die Rede ist natürlich von der plötzlichen Verlobung von FCA und PSA. Noch vor Monaten poussierte FCA mit einem anderen Franzosen bevor die damals avisierte Vermählung jäh abgesagt wurde. Nachdem der kurze Schmerz überwunden wurde, nahm sich die Braut kurzerhand den nächsten Kandidaten zur Brust und siehe da - binnen Tagen kam die Vollzugsmeldung. Wir gratulieren an dieser Stelle recht herzlich und sind echt gespannt, wie die vielen unterschiedlichen Kinder der Patchworkfamilie miteinander auskommen.

Erste mögliche Resultate wurden in den sozialen Medien schon freudig erregt herumgezeigt, beispielsweise das jetzt mögliche Comeback des Opel Manta auf Dodge Challenger-Basis. Wobei wir davon ausgehen, dass just dieses Ergebnis nicht die vorrangige Priorität hat. Was genau die nicht mehr ganz so jungen Liebenden zu ihrer Vermählung trieb, haben sie noch nicht mitgeteilt. Es dürfte, zum Schrecken der Romantiker unter uns, eine bloße Zweckehe sein, bei der es letztlich nur ums Geld geht. Damit lässt sich jedenfalls rechnen, zur Not auch ohne Algorithmus.

Die wiederum kann man auch mit einfachen Mitteln austricksen, wie Forscher des Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme herausgefunden haben. Genau genommen ging es um Bilderkennungssoftware. Der Algorithmus nutzt die Bordkamera, um die Umgebung, etwa die Straße vor dem Fahrzeug, zu beobachten und Hindernisse zu erkennen. Funktioniert diese nicht zuverlässig, stoppt das Roboterauto im besten Fall aus Sicherheitsgründen die Fahrt. Die Bilderkennung wiederum kann man mit einfachen Mitteln stören. Beispielsweise durch bestimmte Farbmuster auf T-Shirts, Aufklebern und Ähnlichem. Die Kleckse bringen den Rechner durcheinander, und schon stellt er sicherheitshalber den Betrieb des Autos ein. Was auch sinnvoll ist, schließlich soll ja kein Roboter blind durch die Gegend fahren, was mit einem defekten, oder genauer gesagt gestörten Algorithmus ja vorkäme.

Auf die Bilderkennungssoftware, möglichst ohne Störung, setzt auch eine neue App von Microsoft, die dermaleinst den Fahrlehrer ersetzen könnte. Im Versuch auf abgesperrtem Gelände genügt ein Smartphone mit Kamera, das so an der Windschutzscheibe befestigt ist, dass die Kamera Verkehr und Fahrschüler im Bild hat. In Kombination mit dem Beschleunigungs- und GPS-Sensor des Smartphones überprüft die App, ob der Fahrschüler verkehrstauglich ist. In freier Wildbahn, also auf öffentlichen Straßen, wurde dieser Algorithmus noch nicht ausprobiert. Aber die indischen Verkehrsbehörden sind schon ganz interessiert, ihn zu testen.

Zum Trost für die Fahrschüler, die dermaleinst vom Smartphone als nicht verkehrstauglich eingestuft werden, gibt es heutzutage die eingangserwähnten Dating-Apps, die die allgemeine Verkehrstauglichkeit unterstellen, nur eben nicht im Straßenverkehr. Sonst noch was. Nächste Woche wieder.

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