News

Ratgeber: Reifenpanne - Was tun bei einem Plattfuß?

  • In NEWS
  • 3. Dezember 2019, 13:40 Uhr
  • Mario Hommen/SP-X
img
Wer einen Ersatzreifen hat, ist bei einer Reifenpanne im Vorteil Foto: SP-X/Mario Hommen

Zumeist zischt es kurz, und wenig später ist der Reifen platt. Jetzt ist Hands-on-Mentalität gefragt. Auf was sollte man im Notfall achten?

Trotz sich ständig verbessernder Reifentechnik ist die Gefahr von plötzlichen Plattfüßen am Auto keineswegs gebannt. Viele Autofahrer wissen allerdings gar nicht, wie sie auf einen solchen Defekt reagieren sollen. Hier ein paar Tipps für den Fall, dass Ihnen unerwartet die Luft ausgeht.

Häufig machen sich Reifenprobleme erst während der Fahrt bemerkbar. Den meisten Autofahrern fehlt jedoch die Routine, die entsprechenden Anzeichen zu erkennen. Wer Änderungen in der Lenkung, ein leicht schwammiges Verhalten des Fahrzeugs und ungewohnte Fahrgeräusche wahrnimmt, hat möglicherweise ein Reifenproblem. Ist ein Reifenkontrollsystem an Bord, sollte bereits frühzeitig eine Warnung des Bordcomputers darauf hinweisen. In der Regel blinken dann ein gelbes Reifensymbol oder die Display-Information ,,Reifendruck überprüfen" auf. Einen solchen Hinweis gilt es ernst zu nehmen.  Entsprechend empfiehlt sich ein zeitnaher Stopp und ein Reifencheck. Sind alle Reifen gleichmäßig rund und gut gefüllt? Zeigen sich Fremdkörper auf der Laufläche? Findet sich kein offensichtlicher Hinweis auf eine Panne, empfiehlt sich noch der Besuch einer Tankstelle zum Luftdrucktest. Bis dahin sollte man das Tempo drosseln und aufs Fahrverhalten sowie Geräusche achten.

Sollte sich bereits bei Sichtkontrolle oder Luftdruckpüfung das Reifenproblem bestätigen, besteht Handlungsbedarf. Von einer Weiterfahrt mit einem undichten Reifen ist dringend abzuraten. Der Defekt kann sich gefährlich auf die Fahrstabilität des Fahrzeugs auswirken. Darüber hinaus könnte die Felge Schaden nehmen. Sollte sich der defekte Reifen bei Weiterfahrt gar von der Felge lösen, gefährden die herumfliegenden Reifenteile zudem andere Verkehrsteilnehmer.

Am grundsätzlich besten gegen eine Panne sind Autofahrer mit sogenannten Run-Flat-Reifen gewappnet. Sind diese am Fahrzeug montiert, bleibt selbst bei massivem Luftdruckverlust eine Weiterfahrt möglich. Dank der Notlaufeigenschaften durch Seitenwandverstärkung erlaubt diese Reifengattung in der Regel eine Weiterfahrt von 80 bis 300 Kilometer mit Tempo 80.  

Sind keine Run-Flat-Reifen am Fahrzeug und keine offene Werkstatt in direkter Nähe, muss der defekte Reifen in Eigenregie getauscht oder abgedichtet werden. Früher war es üblich, einen Ersatz- beziehungsweise Notreifen mitzuführen. Bei neueren Autos ist dieser oft aufpreispflichtiges Extra und deshalb längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Ist ein solcher Reifen an Bord, wird er gegen den defekten Reifen getauscht.    

Befindet sich das Fahrzeug am Fahrbahn oder auf dem Pannenstreifen, sollten vor dem Radwechsel noch Warnblinker aktiviert, die Warnweste angezogen und das Warndreieck aufgestellt werden. Die Umgebung für den Radtausch verlangt zudem nach einem stabilen Untergrund. Vor dem Lösen der Radmuttern wird noch ein Gang eingelegt und die Handbremse angezogen. Anschließend wird der Radmutternschlüssel so an die Mutter angesetzt, dass er in möglichst waagerechter Position nach links zeigt. Wem die Armkraft zum Lösen fehlt, kann in dieser Stellung mit Beinkraft und Körpergewicht arbeiten. Sind alle Radmuttern gelockert, kommt der Wagenheber zum Einsatz. In der Regel findet sich am Fahrzeugunterboden ein kleiner Hinweis, der die optimale Position für diesen anzeigt. Jetzt muss zum Aufbocken gekurbelt werden. Passt unter den freischwebenden Reifen eine Handfläche, ist die nötige Höhe erreicht. Anschließend werden die zuvor gelösten Muttern herausgedreht und das Rad von der Nabe genommen. Danach kann das neue Rad montiert werden. Wenn die Löcher der Felge mit denen der Radnabe übereinstimmen, werden die Muttern über Kreuz handfest eingedreht und erst nach dem Entlasten des Wagenhebers fest gezogen.

Die ersten Kilometer auf einem Reserverad fährt man besser verhalten. Der zumeist zu niedrige Reifendruck des Ersatzrades kann zu ungewohnten Fahrzeugreaktionen führen. Daher sollte man direkt nach dem Reifenwechsel eine Tankstelle ansteuern und den korrekten Druck überprüfen. Bei dieser Gelegenheit werden die Radmuttern auf den festen Sitz hin überprüft. Sollte kein vollwertiges Ersatzrad, sondern nur ein schmales Notrad zur Verfügung stehen, darf man ebenfalls keine langen Strecken fahren. Laut Hersteller stellen bis zu 50 Kilometer jedoch kein Problem dar.

STARTSEITE