Neuheit

5x Zubehör-Neuheiten für große und kleine Reisemobile - Von der Kühlbox bis zur Verbrennungstoilette

  • In AUTO
  • 24. Januar 2020, 11:46 Uhr
  • Michael Lennartz/SP-X
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Heiz- und Kühlspezialist Truma stellte auf der CMT eine neue Serie von acht Kompressor-Kühlboxen vor, deren Fassungsvermögen zwischen 30 und 140 Litern liegen Foto: Truma

Die Zubehör-Industrie bietet für Camper und Reisemobilisten ein weites Feld an Nachrüstlösungen oder mobilen Ergänzungen an. Aus der Fülle der Neuheiten auf der Stuttgarter Freizeitmesse CMT haben wir fünf herausgepickt.

Nicht nur die Reisemobil-Hersteller nutzten die Stuttgarter Freizeitmesse zur umfangreichen Neuheiten-Präsentation, auch die Zubehör-Anbieter präsentierten sich innovativ, wie unsere fünf Beispiele zeigen.

Das Unternehmen Alko ist hauptsächlich bekannt für seine Tiefrahmen-Chassis. Stützen, wie sie bei einem Wohnwagen selbstverständlich sind, gehört dabei eher selten zur Serienausrüstung. Sie können beim Kauf optional mitbestellt oder auch später nachgerüstet werden. Alko hat dafür das vollautomatische Hubstützensystem HY4 entwickelt, das sich zur Montage an Fiat-Ducato-Fahrgestellen und den entsprechenden Peugeot- und Citroen-Ablegern ebenso eignet wie an Alko-/SLC- und Mercedes-Chassis. Die vier Stützen richten auf Knopfdruck das Reisemobil waagrecht aus. Keine Schräglage mehr, kein schwankender Boden.

Als Einsteiger-Variante auch für kompaktere Kastenwagen ergänzt das neue Zwei-Stützen-System für die Hinterachse HY2 das Alko-Angebot. Es wiegt mit 34 Kilogramm nur halb so viel wie der große Bruder HY4 und ist für die Ducato- und Alko-Fahrgestelle geignet. Zum nachträglichen Einbau ist kein Durchbruch im Aufbau nötig. HY2 wird für 2850 Euro angeboten. Ein Upgrade auf HY4 ist für weitere 3300 Euro möglich.

Selbstausbauer und Freizeitsportler, die meist in einfacheren Campern ihrem Hobby frönen, sind besonders an mobilen Geräten interessiert. Heiz- und Kühlspezialist Truma stellte auf der CMT eine neue Serie von acht Kompressor-Kühlboxen vor, deren Fassungsvermögen zwischen 30 und 140 Litern liegen. Das Besondere: Bei den größeren Dual-Zone-Geräten lassen sich zwei Temperaturen einstellen. Da die maximale Einstellung bis minus 22 Grad reicht, ist gleichzeitiges Kühlen und Gefrieren möglich. Eine spezielle Turbofunktion garantiert zudem das schnelle Herunterkühlen von Lebensmitteln und Getränken. Die günstigste Kühlbox (30 Liter) kostet 850 Euro, das voluminöse, 140-Liter-Gerät mit zwei Kammern rund 1300 Euro.

Besonders beim Wintercamping und niedrigen Außentemperaturen ist das Heizen während der Fahrt und eine zuverlässige Gasversorgung im Stand wichtig. Das Familienunternehmen GOK bietet alle Komponenten an, die für einen sicheren Gasbetrieb im Wohnmobil oder Caravan notwendig sind. Die Gasregelanlagen Caramatic Drive One und Drive Two kosten zwischen 120 und 170 Euro. Dazu gehört ein GOK Crash-Sensor, der verhindert, dass bei einem Unfall Gas austreten kann. Denn nur so ist es auch gefahrlos möglich, im Fahrbetrieb den Reisemobilaufbau für die Ankunft wohnlich aufzuwärmen. Zudem sichert bei Zwei-Flaschen-Anlagen die automatische Umschaltung den Gasflaschenwechsel ohne Betriebsunterbrechung.

Die Firma Linnepe entwickelt seit 50 Jahren Zubehör für Reisemobile und Produkte fürs Handwerk und hat sich vor allem mit abnehmbaren Trägersystemen, die zu den leichtesten am Markt gehören, einen Namen gemacht. Der nur 39 Kilogramm schwere Träger XtraFold für Wohnmobile ist die neueste Linnepe-Entwicklung. Das klappbare Trägersystem ist bei einer maximalen Nutzlast von 150 Kilogramm für den Transport von Rollern und kleinen Motorrädern ausgelegt und wird direkt am Chassis montiert. Kostenpunkt: 1300 Euro.

Zu den vielleicht bedeutsamsten Innovationen in der Geschichte der Reisemobile gehört die Cassetten-Toilette, die einen hohen Anteil an der Autarkie der rollenden Eigenheime hat. Auch wegen des Chemie-Einsatzes kann sie zwar einfach, aber nur an entsprechenden Entsorgungspunkten entleert werden. Eine umweltfreundlichere, gerade in der Entsorgung problemlose Alternativ-Lösung bieten die Verbrennungstoiletten, die von dem norwegischen Hersteller Cinderella angeboten werden.

Die Cinderella-Toilette funktioniert ohne Wasser und Chemie. Vor jeder Benutzung muss zunächst eine spezielle wasserdichte Papiertüte - 500 Tüten kosten etwa 45 Euro - eingelegt werden. Das dient dazu die Toilette sauber zu halten. Schließlich ist ja kein Wasser im Spiel. Alle flüssigen und festen Hinterlassenschaften werden per Knopfdruck dann in den Auffangbehälter, respektive die Brennkammer, befördert und bei etwa 600 Grad verbrannt. Das Ganze dauert etwa eine Stunde. In der Zwischenzeit kann die Toilette jedoch weiter benutzt werden. Für den Verbrennungsvorgang wird nur Propangas verwendet. Die Toilette wird zudem an den 12-Volt-Stromkreis des Reisemobils angeschlossen. Zu den Nachteilen gehört es, dass der Gasverbrauch spürbar ansteigt und vor allem dass die Cinderella-Toilette sehr teuer ist. Knapp über 4000 Euro kostet das Modell Motion für die Reisemobil-Nachrüstung, die zudem von einem Fachbetrieb erledigt werden sollte.

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