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Fahrvorstellung Mazda 2: Kleinwagen mit neuem Selbstbewusstsein

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Mazda 2. Foto: Auto-Medienportal.Net/Michael Kirchberger

Zum zweiten Mal frischt Mazda die aktuelle dritte Generation seines 2ers auf. Nach dem Facelift von 2018 bekommt der 4,07 Meter lange Viertürer mit Heckklappe ein geschärftes Design mit den typischen Wesenszügen der Marke, ein überarbeitetes Interieur und eine gestraffte Motorenpalette. Die Preisliste beginnt mit dem Einstiegsmodell Prime-Line G 75 bei 14.190 Euro, am letzten Januar-Wochenende kommt der kleinste Wagen im Mazda-Programm zu den Händlern.

Die Optik hat mit der stärkeren Anlehnung an das im Portfolio mittlerweile dominante Design an Statur gewonnen. Front und Heck werden mit stärkeren horizontalen Linien verbreitert, LED-Scheinwerfer und eine neu gezeichnete Kühlermaske machen den Mazda 2 präsenter. Innen werden künftig vier Ausstattungslinien angeboten, die Stoffversionen in Blaugrau, Dunkelblau und Braun, die Lederversion in Weißgrau. Hochwertigere Materialien wurden dort verarbeitet, wo sie auffallen und Qualität erfühlbar ist, vor allem die Sitze bieten mit optimierter Stabilität für Becken und Oberkörper deutlich höheren Komfort.

Das Motorenprogramm hat Mazda nochmals gestrafft. Nachdem 2018 bereits der Dieselmotor in dieser Baureihe ausgemustert wurde, verabschiedet sich nun auch die bislang leistungsstärkste Version mit 115 PS (85 kW) in den Ruhestand. Übrig bleiben die beiden Vier-Zylinder-Benziner mit 1,5 Litern Hubraum, die es auf 75 PS (55 kW) und 90 PS (66 kW) bringen. Sie werden künftig grundsätzlich mit einem Mild-Hybrid-System kombiniert, das zurückgewonnene Bremsenergie in einem Kondensator speichert und beim nächsten Beschleunigungsvorgang unterstützend über einen riemengetriebenen Starter-Generator eingesetzt wird. Die Verbrauchsvorteile sollen beeindrucken, der Konsum sinken nach Norm in beiden Leistungsstufen auf 4,1 Liter Benzin pro 100 Kilometer, das sind 16 Prozent weniger als bei den Vorgängern.

Vor allem aber die einhergehende Reduktion der CO2-Emissionen wird Mazda beim Erreichen der hochgesteckten Abgasziele helfen. 94 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer stoßen beide Maschinen im NEFZ-Zyklus aus. Weitere Maßnahmen wie neuentwickelte Reifen mit geringerem Rollwiderstand, die obendrein geringere Laufgeräusche haben und den Bremsweg verkürzen, unterstützen außerdem den Konsumverzicht. Das stärkere Triebwerk kann mit einer sechsstufigen, 1800 Euro kostenden Wandlerautomatik gekoppelt werden, dann verlangt der Vierzylinder 5,1 Liter Treibstoff auf 100 Kilometer und emittiert 118 Gramm CO2 je Kilometer.

Sorgsam gepflegt haben die Entwickler das Fahrwerk. Der Mazda 2 soll wie viele andere seiner Artgenossen dem Fahrspaß den Weg in die Kleinwagenklasse ebnen. Die Lenkung setzt Kurskorrekturen deutlich präziser und spontaner um als bisher, der kleine Japaner ist wendig in der Stadt, spielt hier seinen knappen Spurkreis von nur 9,4 Metern perfekt aus. Auch im Überlandverkehr kann er mit munteren Fahrleistungen und noch akzeptablem Federungskomfort punkten. Die Geräuschentwicklungen von Motor, Reifen und Fahrtwind sind in der Tat auf niedrigem Niveau, einer gepflegten Unterhaltung an Bord steht bis zu mittleren Tempi nichts im Wege. Auf gewohnt hohem Niveau gipfelt die Ladekante, dafür entschädigt das Kofferraumvolumen von anständigen 280 bis 950 Litern.

Die 90-PS-Version wird nach Erwartungen des Importeurs das Volumenmodell in Deutschland werden. Mehr als 70 Prozent könnten sich für ihn entscheiden, so die Prognose. Die Abwahl des 115-PS-Aggregats dagegen ist mehr als nachvollziehbar, ganze drei Prozent der Mazda-2-Kunden haben sich zuletzt für diese Variante entschieden.

Ansonsten erhält der japanische Kleinwagen all jene begehrlichen Extras als Bestandteil von Ausstattungslinien und Paketen, die das Segment insgesamt deutlich aufgewertet haben. Das Matrix-LED-Licht leuchtet auf Wunsch künftig 60 Meter weiter voraus, Sitz- und Lenkradheizung sowie verbesserte Konnektivität samt Verkehrszeichenerkennung, 360-Grad-Kamera oder Head-up-Display waren bislang nur in höheren automobilen Klassen vertreten. Ein Navigationssystem kostet 750 Euro, allerdings ist bei der Lackierung einzig die Farbe Weiß aufpreisfrei.

Zum 100. Geburtstag der Marke spendiert Mazda der Baureihe das Sondermodell ,,Kizoku" für 19.090 Euro, das dem Kunden 1200 Euro Preisersparnis verspricht. Am 30. Januar 1920 wurde das japanische Unternehmen, einst als Betrieb zur Korbproduktion, gegründet. Kurz darauf gesellten sich motorisierte Lastendreiräder zum Portfolio, das erste Automobil kann allerdings erst 40 Jahre später auf die Straßen. 1960 erschien das Mazda R 460 Coupé als erstes Serienauto. Im Jubiläumsjahr will der Hersteller auch mit seinem ersten Serienstromer für Schlagzeilen sorgen. Der MX-30 ist für den Herbst zu Preisen ab 33 000 Euro angekündigt. (ampnet/mk)

Daten Mazda 2 Skyactiv-G 90 M Hybrid Center-Line

Länge x Breite x Höhe (m): 4,07 x 1,7 x 1,5
Radstand (m): 2,57
Motor: R4-Benziner, 1496 ccm
Leistung: 66 kW / 90 PS bei 6000 U/min
Max. Drehmoment: 148 Nm bei 4000 U/min
Höchstgeschwindigkeit: 183 km/h
Beschleunigung 0 auf 100 km/h: 9,8 Sek.
NEFZ-Durchschnittsverbrauch: 4,1 Liter
WLTP-Durchschnittsverbrauch: 5,3 Liter
Effizienzklasse: A
CO2-Emissionen: 94 g/km (Euro 6d)
Testverbrauch: 5,4 l Benzin/100 km
Leergewicht / Zuladung: min. 1151 kg / max. 460 kg
Kofferraumvolumen: 280-950 Liter
Max. Anhängelast: 1100 kg
Wendekreis: 9,4 m
Bereifung: 185/65 R 15
Wartungsintervalle: 20 000 km/12 Monate
Garantie: 3 Jahre oder 100.000 km
Preis: 16.390 Euro

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