Ratgeber

Autoschlüssel: Der Weg vom Doppelbartschlüssel zu Keyless Go

  • In RATGEBER
  • 12. Februar 2020
  • Redaktion
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@ RJA1988 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Bei der Entwicklung des Zugangs zum Fahrzeug geht es vorrangig um zwei Faktoren. Ein Autoschlüssel ein Höchstmaß an Sicherheit bieten und gleichzeitig den Anspruch der Nutzer an den Komfort bedienen. Dabei kam es in der Vergangenheit häufig zu Konflikten. Deshalb sucht die Fahrzeugindustrie ständig nach neuen Möglichkeiten. Doch nicht alle Technologien, die beispielsweise an Haustüren zum Einsatz kommen, sind auch für die Verwendung als Fahrzeugentriegelung geeignet.

Vom einfachen Doppelbartschlüssel zum Autoschlüssel mit Chip

In die Fahrzeuge zieht immer mehr Elektronik und Sicherheitstechnik ein. Ein erster Schritt war die Einführung der Lenkradsperre, welche die Nutzung einer Lenkradkralle als Diebstahlschutz überflüssig machte. Seit 1998 schreibt der Paragraf 38 der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung die Ausstattung mit einer elektronischen Wegfahrsperre vor. Sie wird technisch über einen RFID-Chip im Autoschlüssel realisiert. Damit wurde es schwieriger, im Falle eines Verlusts an einen Ersatzschlüssel zu kommen. Zu Beginn mussten die Vertragswerkstätten den Ersatz bei den Fahrzeughersteller anfordern. Inzwischen können auch viele Schlüsseldienste bei Bedarf den RFID-Chip im Autoschlüssel programmieren und haben geeignete Schlüsselrohlinge mit Chip auf Vorrat im Lager. Dadurch steht der Ersatzschlüssel fürs Auto binnen kurzer Zeit zur Verfügung.

Next Generation beim Autoschlüssel: Keyless Go

Die Bezeichnung Keyless Go arbeitet ebenfalls mit einem Autoschlüssel mit Chip. Allerdings muss dieser Schlüssel nicht mehr in ein Schloss gesteckt werden, um das Fahrzeug zu entriegeln. Dieses System nutzt Näherungssensoren und RFID-Technik in Kombination. Allerdings gab und gibt es damit Sicherheitsprobleme, denn der Diebstahlschutz ist nicht in jedem Fall gewährleistet. Das zeigte ein Test an insgesamt rund 300 Fahrzeugen, den der ADAC im Sommer 2019 präsentierte. Autodiebe können die zwischen dem Chip im Schlüssel und der Bordelektronik des Fahrzeugs ausgetauschten Funksignale mit einem Funkverlängerer abfangen und das Fahrzeug mit einem selbst gebauten Sender starten sowie wegfahren. Daraus ergibt sich oft ein versicherungstechnisches Problem. An den gestohlenen Fahrzeugen finden sich keine Einbruchspuren. Viele Opfer wurden bereits von den Kasko-Versicherern mit dem Vorwurf des versuchten Versicherungsbetrugs konfrontiert.

Wie lässt sich diese Sicherheitslücke beim modernen Autoschlüssel schließen?

Neuere Keyless Go-Systeme müssen diesen Nachteil nicht mehr haben. Dazu ist eine Kombination aus verschiedenen Maßnahmen notwendig, die einige Hersteller bereits praktizieren. Diese Maßnahmen beginnen bei der Abkehr der Nutzung einer einheitlichen Frequenz für die notwendigen Übertragungen der Funksignale. Das erschwert den Autodieben das Abgreifen der zur Entriegelung der Fahrzeuge übertragenen Codes. Als zweite Maßnahme kommt die Ultra-Wide-Band-Technik zum Einsatz. Sie ermöglicht bis auf wenige Zentimeter genau die Ortung des Schlüssels. Das Bordsystem kann so bestimmen, ob sich der Schlüssel mit dem Chip innerhalb oder außerhalb des Fahrzeugs befindet. Die ADAC-Tests zeigten beispielsweise bei Modellen der Typen Range Rover und Jaguar E-Pace, dass damit die Funkverlängerer nicht funktionieren. Doch die Zukunft könnte auch anders aussehen. Als Ergänzung der Keyless Go-Systeme kommen auch Stimmenerkennung, Gesichtserkennung oder Irisscans infrage.

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