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Test: Skoda Superb Combi 1.5 TSI - Vernunft in XL

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Der Skoda Superb Combi ist ein Alltagsheld mit besonders großem Platzangebot Foto: Skoda

Große Autos werden oftmals als dekadent und unvernünftig kritisiert. Auch der Skoda Superb Combi erscheint fast schon überdimensioniert. Im Alltag kann man sein verschwenderisches als in mehrfacher Weise dennoch vernünftig erleben.

Es gibt ,,Gut und günstig"-Autos wie auch verschwenderische Dekadenz-Mobile. Und es gibt ein Auto, das der ersteren Kategorie angehört und zudem Eigenschaften der zweiten bietet: Skodas Superb Combi, den wir in seiner vor einigen Monaten aktualisierten Ausgabe mit Basisbenziner und Handschaltung als großen Alltagshelden erleben durften.

Alltagsheld? Mit fast 4,90 Meter Länge macht er sich dafür ehrlich gesagt etwas breit. Vor allem im Stadtverkehr. Dafür kann er auf schicken 18-Zoll-Rädern und mit seinem scharfkantigen Business-Casual-Blechkleid auch ein wenig aus der Masse der Familienkombis hervorstechen. Die Prestige-Aura des Tschechen wirkt aber keinesfalls protzig.

Der etwas großspurige Auftritt findet seine Entsprechung im Inneren, denn unter anderem das Platzangebot ist schlicht kolossal. Ohne Gäste möchte man als Fahrer fragend rufen, ob nicht doch jemand zufällig anwesend sei, um dann aufs eigene Echo zu warten, das nicht kommt. Verloren wirken auch Kinder, wenn sie auf der mit behaglichen Textilien bezogenen Sitzbank ihre Beine Richtung Vordersitzlehne ausstrecken, diese mit den Fußspitzen allerdings nicht erreichen. Viel Platz gibt es zudem für Gepäck, welches Menschen ganz ohne Tetris-Vorkenntnisse in großen Mengen einladen können. Fast zwei Kubikmeter gehen hinten bei umgeklappter Rückbanklehne rein. Neben Platz im Überfluss gibt es noch kleine Staumöglichkeiten und Arretierhilfen, die ein Rutschen oder Kippen von Ladegut verhindern. Auch dank dieser Ideen erlebt man den Superb Combi als rundum praktischen Alltagsheld.

Seit der Modellpflege im Sommer 2019 kann man im Superb zudem Infotainment-Welten von erfreulicher Reife genießen. In der Mitte des Armaturenbretts befindet sich das 400 Euro Aufpreis kostende, schmucke Riesendisplay des vielfältig begabten Infotainment-Systems. Auf Knopfdruck nimmt hier eine Dame Sprachbefehle entgegen, um kurzerhand selber zum Befehlsgeber für die Routenführung zu werden. DAB-Radio, ein klangvolles Lautsprechersystem, Konnektivitätstechnik, Telefoneinbindung, Gestensteuerung und Onlinedienste - der Superb kann nicht nur groß, sondern auch smart. Und alles außerdem noch maximal digital, denn die guten alten Analogzeiten im Cockpit lassen sich allerhöchstens noch virtuell erleben.

Fahren kann der Superb außerdem. Ganz manierlich sogar. Die 110 kW/150 PS des neuen 1.5 TSI verleihen dem 1,5-Tonner zwar kein nennenswertes Temperament, doch selbst auf der linken Autobahnspur ist man, mit meist etwas mehr Anlauf als bei den durchzugsstarken Dieselfahrzeugen, angemessen flott unterwegs. Eine sportliche Note steuert auf Wunsch das Fahrwerk bei, denn dank adaptiver Dämpfer lässt es sich auf Knopfdruck von komfortabel auf direkt und verbindlich einstellen. Auf flotten Autobahnsausen ist diese Sporteinstellung trotz gewisser Härten der eindeutig entspanntere Modus, während über Kopfsteinpflaster der Komfort-Modus entlastet.  

Bei Zwischensprints mit dem Superb muss die rechte Hand an den manuellen Übersetzungs-Justierer greifen, um den griffigen Hebel kurz nach vorne und/oder hinten schnellen zu lassen. Viele Drehzahlen oder nicht: Aufdringlich wird der einspritzende Turbobenziner kaum. Und auch nicht übertrieben durstig. Runde sieben Liter kamen bei Autobahntouren knapp oberhalb der Richtgeschwindigkeit dennoch zusammen.

Ein Sparwunder ist der Superb damit allerdings auch nicht. Jedenfalls nicht beim Spritkonsum. Dafür aber beim Preis. In der von uns getesteten Basismotorisierung wird der Combi für 29.850 Euro angeboten. Das liegt rund 2.360 Euro über dem Preis des neuen VW Golf 8 mit dem gleichen 1.5 TSI. Zumindest in Hinblick auf seine Größe ist der Superb obere Mittelklasse, sein Preis aber nur leicht über dem der Kompaktklasse. Und somit erscheint auch der Anschaffungspreis des Superb ein Tarif der Vernunft, allerdings einer in XL.

Skoda Superb Combi 1.5 TSI/6-Gang-Handschaltung - Technische Daten:Mittelklasse-Kombi, Länge: 4,86 Meter, Breite: 1,86 Meter, Breite mit Außenspiegel: 2,03 Meter, Höhe: 1,51 Meter, Radstand: 2,84 Meter, Leergewicht: 1.477 kg, Kofferraumvolumen: 660-1.950 Liter1,5-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner, 110 kW/150 PS, maximales Drehmoment: 250 Nm bei 1.500-3.500 U/min, Sechsgang-Schaltgetriebe, 0-100 km/h: 9,1 s, Vmax: 211 km/h, Verbrauch: 5,4 Liter/100 km, Testverbrauch: 7,0 Liter/100 km; CO2-Ausstoß: 122 g/km, Abgasnorm: Euro 6d-Temp, Effizienzklasse: B Preis: ab 29.850 Euro

Skoda Superb Combi - Kurzcharakteristik:Warum: Weil sein Platzangebot über jeden Zweifel erhaben ist
Warum nicht: Weil man meistens gar nicht so viel Platz braucht und auch ein Octavia glücklich macht
Was sonst: VW Passat, Opel Insignia, Mazda 6, Kia Optima

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