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MPU - Was Sie darüber wissen sollten

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@ andibreit (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Wer mehrfach unter dem Einfluss von Alkohol fährt, bekommt oftmals eine MPU (Medizinisch-Psychologische Untersuchung) angeordnet. Das Gleiche gilt in der Verbindung mit Drogen oder einem zu hohen Punktekonto in Flensburg.

Nachfolgend wird alles Wissenswerte erläutert: Was verbirgt sich genau hinter dem Begriff MPU? Wann müssen Verkehrsteilnehmer an der medizinisch-psycholgischen Untersuchung teilnehmen, wie läuft sie ab und mit welchen Kosten muss gerechnet werden?

MPU - was bedeutet dies genau?

Wurde der Führerschein entzogen, stellt sich schnell die Frage, wie man ihn wieder bekommt. In verschiedenen Fällen ist das lediglich mit der MPU möglich. Die medizinisch-psychologische Untersuchung wird umgangssprachlich auch als "Idiotentest" bezeichnet. Er wird angeordnet, wenn das Straßenverkehrsamt die Fahreignung anzweifelt, da der Verkehrsteilnehmer aufgrund wiederholter oder schwerwiegender Verkehrsverstöße negativ aufgefallen ist. Mit der MPU soll geprüft werden, ob er zukünftig keine Gefahr mehr für den Straßenverkehr bzw. andere Verkehrsteilnehmer ist und eine Neuerteilung der Fahrerlaubnis infrage kommt. Die Durchfallquoten sind hoch. Daher ist vor der MPU ein kostenloses Vorbereitungsseminar sinnvoll, das über den Ablauf informiert. Wer sich ausführlich beraten lassen möchte, kann online alles Wissenswerte rund um die gesamte Abwicklung lesen, von den notwendigen Unterlagen bis hin zur bestandenen Untersuchung.

Wann wird die MPU fällig, worauf kommt es hierbei an und wie viel kostet die Untersuchung?

Am häufigsten wird die Untersuchung, die an einer Begutachtungsstelle für Fahreignung wie dem TÜV durchgeführt wird, bei wiederholter Trunkenheit am Steuer erforderlich. Auch bei Fahrten unter Drogeneinfluss, zu vielen Punkten im Flensburger Straßenverkehrsregister (derzeit geschieht es ab acht Punkten) oder Agressionsdelikten ist ein MPU-Gutachten notwendig. Bei diesen und weiteren Tatbeständen wird der Führerschein für sechs bis zwölf Monate entzogen und zusätzlich eine Geldstrafe auferlegt. Der Begriff Fahreignung, der ein wichtiger Bestandteil der MPU ist, umfasst die körperliche und psychische Eignung. Dabei werden neben der Konzentrationsfähigkeit und Reaktionsschnelligkeit auch gewisse Merkmale in der Persönlichkeit und charakterliche Eigenschaften wie die Zuverlässigkeit des Teilnehmenden überprüft. Die Untersuchung dauert mehrere Stunden.

Sie beinhaltet:
- psychologisches Gespräch: Wurden Konsequenzen aus der Verkehrsauffälligkeit gezogen? Damit soll das Risiko einer Wiederholung eingedämmt werden.
- ärztliche Untersuchung: eventuelle Erkrankungen, Medikamenteneinnahme, aktuelles Befinden und Lebensstil 
- Fragebogen: Daten zur eigenen Person
- Leistungstest: beispielsweise bezüglich der Konzentrations- und Wahrnehmungsfähigkeit, Reaktionsgeschwindigkeit etc. 

Für die MPU kann zudem ein Abstinenznachweis gefordert werden, um festzustellen, wie lange der Betroffene beim Alkoholeinfluss oder Drogenkonsum darauf verzichten kann. Hierfür werden die Leberwerte oder Urinproben überprüft. Zudem ist eine Haaranalyse möglich. Durchschnittlich muss mit MPU-Kosten von circa 450 Euro gerechnet werden. Durch die Vorbereitung, Beratung und anderes können es letztendlich 2000 Euro sein. 

Zusammenfassung

Meist wird die MPU angeordnet, wenn unter Alkohol- oder Drogeneinfluss gefahren wird oder sich zu viele Punkte angesammelt haben. Sie dient dem Ziel, die Fahreignung des Verkehrsteilnehmers zu überprüfen, denn Betroffene müssen, um den Führerschein zurückzubekommen, eine Untersuchung absolvieren und bestehen. Anhand des ausgestellten Gutachtens soll eine Prognose für das künftige Verhalten ermittelt werden. Um die MPU zu bestehen, müssen deutliche Hinweise auf eine stabile Einstellung und Änderung vorliegen. Aufgrund der hohen Durchfallquoten und Kosten empfiehlt sich eine ausführliche Beratung im Vorfeld.

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