Sonst noch was?

Sonst noch was? - Kleine Rückschläge

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  • 17. Mai 2020, 09:30 Uhr
  • Günter Weigel/SP-X
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Sonst noch was? Foto: SPX

Es ist nicht alles Corona. Wir lassen uns auch über anderes aus und wundern uns mitunter sogar.

SP-X/Köln. Woche für Woche erledigt Corona gewissermaßen nebenbei hier eine Idee, da ein Geschäft und dort wiederum eine ganze Branche. Wobei wir hoffen wollen, dass es am Ende doch nicht ganz so schlimm kommt. Zu den Ideen, die dieser Tage ihr Leben aushauchten, gehört die Implementierung einer Smart City in Toronto. Dort sollte ein ganzer Stadtteil als Prototyp für die vernetzte Stadt und die nicht minder vernetzten Mobilitätslösungen nebst gläsernen Kunden entstehen. Bezahlt von einem Investor, der wiederum seinen Gewinn aus der Vermarktung der Idee und natürlich der gewonnenen Daten zu ziehen gedachte. Daraus wird nun nichts. Die Zeiten sind nicht mehr so, dass sich die Investition lohnt. Nebenbei zeigt sich, dass es aus Sicht einer Kommune keine gute Idee ist, die Entwicklung derselben in private Hände zu geben. Da kommt doch gerne mal was dazwischen. Also nichts ist es mit der Mobilität on Demant, umweltfreundlich, smooth und sicher - zumindest nicht in Toronto. Wobei die öffentliche Mobilität ohnehin gerade besonders leidet, wie alle Tage wieder zu lesen ist. Der Zahlendienstleister Statista hat hochgerechnet, dass die gesamte Branche der Busse, Bahnen, Flugzeuge, Taxis, Carsharer und so weiter in diesem Jahr ihren weltweiten Umsatz nahezu halbieren wird auf immerhin noch 540 Milliarden Euro. Nächstes Jahr solls wieder besser werden und ab 2023 sogar besser als 2019. Besser lief es zuletzt zweifellos für Tesla. Die Quartalsgewinne stimmten die Anlegerfroh, auch wenn vieles davon aus dem Ablasshandel mit CO2-Zertifikaten stammte. Sei's drum. Und weil es gerade so gut läuft, mag Elon Musk auch nicht auf die Produktion in seinem kalifornischen Stammwerk verzichten.Selbiges ist aber wegen Corona gerade zur Untätigkeit verdammt. Das ficht Herrn Musk aber nicht an. Er will arbeiten und stellt sich sogar selbst ans Band, um dann werbewirksam den Märtyrer zu geben, falls der böse Staat in wegen des Verstoßes gegen die Corona-Regeln verhaften sollte. Jedenfalls hatte er sich das so vorgestellt. Tatsächlich bleibt die Provinzregierung hart: Weder Märtyrer noch Mehrtürer - Tesla bleibt noch ein paar Tage zu.Apropos zu. Zu hart fand Andy Scheuer die Strafen für Schnellfahrer mit Sehschwäche. Was ein Glück, dass er ja eigentlich Bundesverkehrsminister ist und bei der Gestaltung der Regeln für die Verkehrsspielleitung durchaus mitgestalten darf. Wer also Schilder mit einer 30 innerorts oder beispielsweise einer 130 drauf außerorts nicht richtig sieht und versehentlich schneller fährt, sagen wir mal 55 oder 151, muss in Zukunft nicht automatisch den Führerschein kurzfristig zur Reinigung geben. Das gilt auch für die, die die Schilder zwar sehen, ihre Bedeutung aber nicht einsehen, solange sie es beim schneller fahren nicht zu sehr übertreiben. Also quasi alles wie früher. Das hätte jedenfalls der Verkehrsminister gerne so. Es ist noch nicht raus, ob das die übrigen Regelausleger auch so sehen wollen. Wir persönlich finden ja, es hätte gereicht, die Verhältnismäßigkeit der Strafen etwas anzupassen. Es ist schon ein Unterschied, ob man innerorts 21 km/h zu schnell ist oder außerorts 26 km/h. Aber vom Rasen sind wir ja ohnehin weg. Tempo 130 wird von der Mehrheit der Bundesbürger bevorzugt und das ist wahrscheinlich auch gut so. Jedenfalls für Nerven und Umwelt. Tatsächlich erleben wir aktuell, dass man just mit diesem Tempo immernoch zu den schnelleren auf der Autobahn gehört - und das nicht nur,wenn wir gerade ein Tempo-100-Schild zu spät gesehen haben. Wahrscheinlich waren wir gerade in Gedanken. Zum Beispiel an schöne Blumen. Rosen genaugenommen. Eineganz besonders feine Rose wächst übrigens im Hinterhof von Rolls Royce, pardon, im Innenhof des Stammsitzes in Goodwood. Die üppige weiße Blüte wurde von einem renommierten britischen Züchter extra für die Marke nun ja - gezüchtet. Sie soll das hauseigene Bespoke-Team inspirieren, also diejenigen, die Rolls-Royce-Mobile ein wenig individueller machen und so vom gemeinen Rolls-Pöbel abheben. Die Phantom-Rose sieht tatsächlich hübsch aus. Dornen hat sie auch. Vermutlich verwelkt sie auch, wenn man sie in eine Vase steckt. Ganz natürlich, sogar ohne Virus. Sonst noch was? Nächste Woche wieder. 

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