Motorsport

Teures Hobby Motorsport: Mit diesen Kosten müssen Hobby-Rennfahrer rechnen

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@ Domenik2212 (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Schnelle Autos, enge Kurven und Benzingeruch – viele Männer und Frauen würden das Gefühl des Rennfahrens gerne selbst erleben. Dafür gibt es in Deutschland zahlreiche Möglichkeiten, der Motorsport ist allerdings ein sehr kostspieliges Hobby.

Deutschlands Rennstrecken für Hobbyfahrer

Damit Adrenalinjunkies ohne Berücksichtigen der Straßenverkehrsordnung gefahrlos rasen können, gibt es in Deutschland Rennstrecken, die ihre Pisten für sogenannte Trackdays, Touristen- oder Publikumsfahrten öffnen. Hobby-Rennfahrer können diese ohne Zeitmessung mit dem eigenen Fahrzeug nutzen. Dazu gehören unter anderem der Nürburgring, Hockenheimring, Sachsenring, Eurospeedway Lausitz, Heidbergring und der Spreewaldring. Allerdings ist ein zuvor absolviertes Rennstreckentraining Pflicht. Zudem müssen Hobby-Rennfahrer teilweise tief in die Tasche greifen. Nicht nur das Auto muss eine Fahrt im Stil von Vettel, Rosberg und Co. aushalten, auch die Eintrittspreise können sich sehen lassen. Der Pkw-Trackday am Sachsenring beispielsweise kostet Personen mit eigenem Auto über 400 Euro.

Hohe Kosten für Fahrzeug, Ausstattung und Co.

Im Gespräch mit dem digitalen Finanzportal Joonko verraten Motorsport-Experten das Wichtigste zu den Kosten für Motorsport-Einsteiger. So kommt neben dem geeigneten Fahrzeug eine umfangreiche Ausrüstung hinzu. Dazu gehören ein Helm gemäß den DMSB-Vorschriften, ein feuerfester Overall, flammhemmende Funktionsunterwäsche, spezielle Schuhe und Handschuhe für Rennfahrer, Nackenstützen und vieles mehr. Die Kosten für die Grundausstattung belaufen sich daher schätzungsweise auf mehr als 1.500 Euro.

Viele Hobbyfahrer unterschätzen zudem, wie stark das Auto bei einer Rennfahrt in Mitleidenschaft gezogen wird. Wer als begeisterter Fahrzeugbastler glaubt, zusätzliche Kosten für Reparaturen und Instandhaltungen am Auto sparen zu können, irrt. Vor allem die Rennreifen sind stets eine teure Investition und auch viele andere Teile verschleißen schnell.

Vierstellige Summen noch vor der ersten Fahrt

Bevor Hobby-Rennfahrer auf die Rennstrecke dürfen, müssen sie Lizenzlehrgänge absolvieren. Diese sind zwar ebenfalls kostenintensiv – bis zu 6.000 Euro können auf die Lehrlinge zukommen –, aber durchaus sinnvoll. Sie erhalten dadurch ein Gefühl für die Geschwindigkeit, das Fahrzeugverhalten in den Kurven sowie die Wirkung von Beschleunigungs- und Fliehkräften. Auch die Verhaltensregeln und die verschiedenen Flaggensignale zu kennen ist wichtig, um sich in einer Rennserie behaupten zu können.

Geeignete Rennserien für den Einstieg

Für Motorsport-Einsteiger bietet sich die Gleichmäßigkeitsprüfung Nürburgring (GLP) an, da kein Rennsportwagen notwendig ist. Dabei können herkömmliche Fahrzeuge mit Straßenzulassung über die Fahrbahn heizen. Gegebenenfalls sind Nachrüstungen für die geforderten Sicherheitsvorkehrungen vorzunehmen. Sehr beliebt bei Hobby-Rennfahrern sind außerdem die Markenpokale, bei denen gleichartige Fahrzeuge einer Marke und eines Typs gegeneinander antreten, z. B. Ford Fiesta. Motorsport-Blogger Jens Schneider zufolge sind bereits für einen günstigen Markenpokal „bereits 15.000 Euro im Jahr“ fällig. Hinzu kommen die Kosten für Schäden und Unfälle während des Rennens. Um hier entsprechend abgesichert zu sein, gibt es spezielle Versicherungen.

Sinnvolle Versicherungen für Hobby-Rennfahrer

Für die im Straßenverkehr zugelassenen Fahrzeuge ist die übliche Kfz-Haftpflichtversicherung notwendig. Unfälle, die beim Motorsport entstehen, sind aber in jeder gewöhnlichen Unfallversicherung ausgeschlossen. Für die Teilnahme an Hobby-Motorsportrennen gibt es daher gesonderte Versicherungen, die sogenannte Teilnehmerhaftpflicht- oder Motorsport-Unfallversicherung. Je nach Anbieter ist der Abschluss pro Saison oder sogar pro Tag möglich. Hobby-Rennfahrer können zwar ohne zusätzliche Absicherung an Rennserien teilnehmen, sie ist jedoch durchaus sinnvoll. Bei hohen Geschwindigkeiten zusammen mit zahlreichen Konkurrenten auf der Rennstrecke sind Schäden und Unfälle sehr wahrscheinlich. Wer hier gut abgesichert ist, kann sich auf ein rasantes Rennen einlassen.

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