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Leser fragen - Experten antworten - Kleiner Kasten - große Hilfe

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  • 28. Mai 2020, 13:24 Uhr
  • Elfriede Munsch/SP-X
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Hans-Georg Marmit, Kraftfahrzeugexperte der KÜS Foto: KÜS

In vielen Pkw liegt der Verbandkasten irgendwo herum. Spätestens bei der Hauptuntersuchung muss er aber vorgezeigt werden. 

 Frage:Bei der Hauptuntersuchung meines Autos wurde auch der Verbandkasten gecheckt. Warum wird dies gemacht und worauf muss man achten?

Antwort von Hans-Georg Marmit, Kraftfahrzeugexperte der Sachverständigenorganisation KÜS: ,,Das Vorhandensein eines Verbandkastens wird bei der Hauptuntersuchung (HU) überprüft. Nach Paragraf 35h der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO muss eine solche Erster-Hilfe-Ausrüstung im Auto vorhanden sein. Verstößt ein Autofahrer gegen diese Pflicht, kann ein Bußgeld in Höhe von 5 Euro erfolgen.Ob es sich dabei um einen ,,Kasten" oder eine Tasche handelt, ist übrigens nicht vorgeschrieben. Das Behältnis muss nur den Inhalt vor Verschmutzung wie Staub oder Feuchtigkeit schützen. 

Der Prüfer schaut aber nicht nur, ob ein Verbandkasten an Bord ist, sondern er achtet auch auf den Zustand des Inhalts. Da die steril verpackten Inhalte wie Kompressen ein Verfallsdatum haben, gehört eine Kontrolle des Haltbarkeitsdatums auch dazu. Am besten schaut man regelmäßig nach dem Verbandkasten und überprüft, ob der Inhalt noch vollständig und einsatzbereit ist. Das hat auch den Nebeneffekt, dass man weiß, wo sich der Verbandkasten im Auto befindet. Grundsätzlich sollte er immer leicht zugänglich aufbewahrt werden, so dass er im Ernstfall greifbar ist. Autofahrer sollen schließlich im Falle eines Unfalls mithilfe des vorhandenen medizinischen Sets vor dem Eintreffen der Rettungskräfte Erste Hilfe leisten können.

Was muss in einem Verbandkasten vorhanden sein? Hier greift die seit 2014 gültige DIN-Vorschrift 13164. Sie schreibt vor, dass eine Erste-Hilfe-Broschüre, Pflasterrolle auf Spule sowie Pflasterstrips in verschiedenen Größen, ein staubgeschütztes verpacktes Fertig-Pflasterset sowie eine Pflasterschere zum Inhalt gehören. Außerdem sollten ein Wundschnellverband, verschiedene Verbände für Finger und Fingerkuppen, Verbandpäckchen in verschiedenen Größen, Fixierbinden, Dreieckstücher, eine Rettungsdecke, Kompressen zur Wundauflage, Feuchttücher zur Reinigung der Haut sowie Einmal-Gummihandschuhe und Verbandstücher vorhanden sein. Aufgrund der Gefahr durch Covid-19 ist es empfehlenswert, die Ausstattung des Verbandskastens um Desinfektionsmittel sowie Nase-Mund-Schutzmasken zu erweitern. Denn auch in Zeiten erhöhter Ansteckungsgefahr durch das Corona-Virus bleibt die allgemeine Pflicht zur Ersten Hilfe bestehen. 

Wer will, kann sich selbständig den Inhalt zusammenstellen oder man kauft einen nach der aktuellen DIN-Norm gültigen Verbandkasten. Wer noch einen alten Verbandkasten besitzt, muss ihn nach den gültigen Anforderungen umrüsten."

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