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Test: Trenoli Brenta Sportivo T - Mehr Sein als Schein

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Dank des Performance-Line-Motors von Bosch ist man mit dem Topmodell der Brenta-Baureihe von Trenoli sehr spritzig unterwegs Foto: Trenoli

Zum Pedelec-Glück braucht es kein edles Design oder smarte Konnektivitätstechnik. Beim Brenta Sportivo reichen klassische Fahrrad-Tugenden, hoher Alltagsnutzen und ein starker Antrieb.

Seit Jahren sind Pedelec-Hersteller vor allem darum bemüht, das E-Bike-Wesen ihrer Räder zu kaschieren. Anders das Brenta Sportivo des bayerischen Herstellers Trenoli, das in klassischer Aufmachung mit gut sichtbarem Akku vorfährt. Auch wenn das Modell optisch dem Trend hinterherfahren mag, braucht es praktisch keinen Vergleich zu scheuen. Es handelt sich um ein unkompliziertes, bequemes E-Fahrrad mit hohem Alltagsnutzen, das zudem im Fahreinsatz seinem Beinamen Sportivo alle Ehre macht.  

Zugegeben: Ein Tiefeinsteiger-Modell wie das Modell T mit Trapezrahmen vermittelt trotz gegenteilig aussagender Namensgebung keine sonderlich flotte Aura. Doch ist die Rahmenkonstruktion praktisch, erlaubt sie doch leichtes Auf- und zudem schnelles Absteigen und damit bessere Kontrolle. Beste Kontrolle vermittelt auch das gesamte Rad dank seiner stabilen und verwindungssteifen Rahmenbasis.

Dazu passend schiebt der Motor druckvoll und spritzig an. In diesem Fall sorgt die kompakt bauende, weitgehend lautlose Bosch-Maschine Performance Line der dritten Generation für satten Schub. Dank 63 Newtonmeter Drehmoment geht diesem selbst an steileren Passagen und entsprechend auch dem Fahrer nicht die Puste aus. Angesichts der Gipfelstürmer-Qualitäten wundert es wenig, dass das Triebwerk in seiner Vorgängerversionen vor allem in Mountainbikes zum Einsatz kam. Wer lieber etwas für die Fitness tun will, kann einen weniger druckvollen Power-Modi wählen. Noch mehr Wahlmöglichkeiten bietet die Kettenschaltung mit 10 Stufen, dank der sich für jede Fahrsituation und das eigene Bedürfnis eine passende Übersetzung findet. Nach mehr Gängen, mehr Power und mehr Wahlmöglichkeiten wird man kein Verlangen spüren.
Auch die Akkugröße reicht. In diesem Fall kommt das kompakte 500-Wh-Paket zum Einsatz, welches problemlos dreistellige Reichweiten erlaubt. Die Batterie ist zwar nicht im Unterrohr elegant integriert, dafür aber mit Schloss gesichert. Praktisch: Der Schlüssel für den Stromspeicher passt auch in das serienmäßig mitgelieferte Speichenschloss. Das Akkupaket lässt sich problemlos zum Laden in die Wohnung mitnehmen. Angesichts von 25,5 Kilogramm wird man wenig Lust verspüren, das gesamte Pedelec durch ein Treppenhaus zu tragen.

Neben einem lockeren Aufstieg ermöglicht das Brenta Sportivo T noch eine erfreulich lockere Sitzposition. Dank der muss sich der Fahrer nicht auf den Händen abstützen, was selbst nach längeren Fahrten schmerzende Handgelenke verhindert. Zudem sitzt man auf einem leicht sportlich geschnittenen und mit Gel gepolsterten Sattel aufrecht wie auf einem Hollandrad, während der stark gekröpfte Lenker mit angenehm ergonomischen Griffen weit entgegenkommt. Die Verstellmöglichkeiten erlauben eine individuelle Anpassung. Ebenfalls für Entspannung sorgt eine gut dämpfende, keineswegs schwammige Suntour-Federgabel am Vorderrad.

Entsprechend eignet sich das Sportivo T bestens für ausgedehnte Touren. Dank des zur Aufnahme vieler verschiedenen Gepäcklösungen optimierten und für bis zu 25 Kilogramm ausgelegten Racktime-Gepäckträgers ist es sogar als Reiserad gut geeignet. Zumal die kompakte Bauform des Akkus auch den problemloseren Transport einer Ersatzbatterie erlaubt.

Obwohl man die Sitzposition auf dem Fahrrad als vor allem bequem empfindet, ist das Topmodell der Brenta-Reihe dennoch zugleich ein agiles, kurvenfreudiges, handliches wie auch stabiles Fahrrad. Der Rahmen ist steif, die hydraulischen Shimano-Bremsen kräftig und gut dosierbar. Die Energizer-Plus-Reifen von Schwalbe sorgen zudem für guten Kontakt mit der Straße. Das Sportivo macht im Fahreinsatz seinem Namen also alle Ehre.

Das zudem recht gut verarbeitete Pedelec bietet außerdem eine für den Alltagseinsatz ordentliche Ausstattung. Sie umfasst Schutzbleche, einen Kettenschutz und LED-Leuchten von Axa. Zudem lässt sich über das große Intuvia-Display dank USB-Anschluss auch ein Smartphone über den großen Fahrradakku mit Strom versorgen. Mit rund 2.900 Euro bewegt sich das Brenta Sportivo auf bereits gehobenem Preisniveau, doch erscheint dieser Preis angesichts der guten Verarbeitung, des starken Antriebs und dem gehobenen Ausstattungsniveau mehr als angemessen.

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