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Renault E-Tech Hybrid-Modelle - Teilelektrisches Trio

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Ab sofort bietet Renault den Kleinwagen Clio, das kleine SUV Captur und die Kompaktklasse Mégane als E-Tech genannte Hybridversionen an Foto: Renault

Mit den neuen Hybridvarianten der Modelle Clio, Captur und Mégane möchte Renault etwas für Umwelt und Geldbeutel tun. So ganz nebenbei bereiten diese Ausführungen durchaus Fahrspaß.

Ab sofort bietet Renault den Kleinwagen Clio, das kleine SUV Captur und die Kompaktklasse Mégane als E-Tech genannte Hybridversionen an. Für die Kunden der ab 21.874 Euro (Clio), 32.752 Euro (Captur) und 34.107 Euro (Mégane) teuren Offerten dürfte der monetäre Aspekt keine ganz unwichtige Rolle spielen, schließlich winken bei den Plugin-Hybriden (PHEV) staatliche Förderungen von bis zu 6.750 Euro. Falls es sich um Firmenfahrzeuge handelt gibt es Vorteile bei der Versteuerung der privaten Nutzung, die bei PHEV-Modellen ab 50 Kilometern rein elektrischer WLTP-Reichweite nur ein halbes Prozent des Listenpreises beträgt. Dieses Kriterium erfüllen sowohl Captur als auch Mégane. Der Kleinwagen Clio tritt als konventioneller Hybrid ohne Förderanspruch auf, ist aber entsprechend günstiger eingepreist.

Nach dem Drücken des Startknopfs herrscht Stille sowohl beim 103 kW/140 PS Vollhybrid-Strang des Clio als auch bei jenem der Modelle Captur und Mégane mit 116 kW/158 PS. Denn für den Antrieb sorgen jeweils die E-Motoren mit 36 kW/49 PS beim Clio und 49 kW/67 PS bei Captur/Mégane. Entsprechend geht zügig los, schließlich sind die Stromer bekannt für umgehend verfügbares Drehmoment.

Was danach passiert, ist für Technik-Fans spannend, denn zwischen Elektromaschine und Verbrenner sitzt ein Getriebe mit diversen Übersetzungen für beide Aggregate - und hier werden nicht nur kupplungslos (das Anfahren organisiert immer der Stromer) die Gänge gewechselt, sondern auch zwischen den Hybridmodi getauscht. So fahren die kompakten Renault entweder im seriellen Betrieb, das heißt, der Elektromotor schiebt, während der Verbrenner gerade Strom erzeugt. Oder die Betriebsstrategie wechselt in den parallelen Modus, nun hilft auch der Verbrenner beim Vortrieb mit. In der Praxis gelingt das recht nahtlos, wobei die Übersetzungswechsel spürbar sind und eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Das merkt der Fahrer vor allem unter voller Last, dann gibt es kurz eine winzige Abschwächung des Vortriebs, worauf dann wieder eine Schubphase erfolgt. Landstraßentempo wird übrigens binnen rund zehn Sekunden erreicht.

Unterm Strich gewährleistet der komplexe Strang einen harmonischen Antrieb mit viel Zugkraft aus niedrigen Geschwindigkeiten heraus. Der 67 kW/91 PS starke Saugbenziner mit 1,6 Litern Hubraum bleibt im Alltagsbetrieb akustisch im Hintergrund und meldet sich allenfalls unter Ausnutzung der vollen Leistung zu Wort. Und es gibt noch einen dritten Elektromotor mit 15 kW/20 PS respektive 25 kW/34 PS. Dieser passt den Benziner nicht zuletzt in der Drehzahl an für die perfekte Synchronisation bei den Schaltvorgängen.

Wer sich für Captur oder Mégane entscheidet, darf bei vollem Akku knapp über 50 Kilometer rein elektrisch fahren, was in der Praxis durchaus gut funktioniert, denn 67 Pferdchen reichen für praktische Anwendungen in der Regel aus, in urbanen Gefilden sowieso. Schon nach wenigen Stunden erreicht die knapp zehn kWh große Batterie wieder ihren vollen Ladestand - es gibt einen Typ 2-Port, so profitiert man von der inzwischen breit aufgestellten öffentlichen Lade-Infrastruktur.

Die Techniker haben den EV-Betriebsmodus so konzipiert, dass bei entsprechendem Ladestand auch wirklich elektrisch gefahren werden kann und nicht der Benziner unvermittelt anspringt. Überschreitet der Fahrer aber die Kickdown-Schwelle, tritt der Verbrenner auf den Plan, um die volle Systemleistung bereitzustellen. Dann muss man wieder manuell in die EV-Stellung schalten, um nach etwaigem Überholvorgang wieder gänzlich lautlos unterwegs zu sein.

Für welchen der Drei man sich entscheidet, hängt von der praktischen Nutzung ab. Wer von seinem persönlichen Profil ohnehin kaum zum externen Laden kommt, könnte sich womöglich mit dem Clio anfreunden, zumal auch hier Infotainment-Features in breitem Umfang zur Verfügung stehen und das Platzangebot so überzeugend ausfällt, dass man ihn auch mal mit auf weite Strecken nehmen würde.

Das kleine SUV Captur ist ein Modeprodukt und damit für viele Interessenten sicherlich begehrenswerter. Vor allem, wenn sich dann auch noch der Plugin-Hybrid ausspielen lässt, macht der Alleskönner Freude. Er überzeugt außerdem mit gutem Raumeindruck und cleveren Details wie beispielsweise der in Längsrichtung verschiebbaren Rücksitzbank. So dürfen die Passagiere entscheiden, ob mehr Beinfreiheit im Fond oder Kofferraumvolumen gewünscht ist. Bei letzterem Punkt trumpft der mit 4,63 Metern schon recht groß geratene Mégane Grandtour auf. Er kann nach Umlegen der Rücksitzbank rund 1.500 Liter Gepäck schlucken. Der Captur bringt es bei deutlich kompakteren Außenabmessungen auch auf über 1.100 Liter

Und während der Clio - mit 4,05 Metern Länge kleinster im Bunde - im Mittel rund vier Liter Benzin je 100 Kilometer konsumiert, hängt es bei den Plugin-Hybriden drastisch vom Ladeverhalten ab. Jedenfalls sind die Werksangaben von circa anderthalb Litern im Alltag nur zu erreichen, wenn man versucht, weitgehend elektrisch zu fahren.

Konzeptionell überzeugen die drei kompakten Franzosen, bieten viel Auto fürs Geld und lassen sich bei geschickter Planung umweltschonend bewegen. Und für Renault zahlen sich deren CO2-Bilanzen aus, schließlich bestraft die europäische Union Autohersteller mit einer durstigen Flotte. Ausgeliefert werden die technisch komplexen Autos ab diesem Sommer.

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