Niesmann + Bischoff i-Smove

Test Niesmann + Bischoff i-Smove: Bereit für den nächsten Clou

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Niesmann + Bischoff i-Smove 7.3 F. Foto: Auto-Medienportal.Net/Michael Kirchberger

Niesmann + Bischoff hat einst mit dem Alkovenwohnmobil Clou Geschichte geschrieben. Jetzt folgt eine Neuvorstellung, die in der sonst so versonnenen Branche als wahre Innovation anzusehen ist. Der Clou auf Mercedes- oder VW-Basis hatte einen überaus soliden Aufbau mit einem Ringanker, galt als hochwertig und perfekt verarbeitet. Auf die Baureihe folgten die Modelle Liner, Flair und Arto, jüngste Neuheit war der teilintegrierte Smove mit halbwegs kompakten Maßen, für den der Weg das Ziel sein sollte. Jetzt präsentiert der seit 1996 zur Hymer-Gruppe gehörende Hersteller den i-Smove, der als vollintegriertes Reisemobil eine Fülle von neuen Ideen auf die Camping- und Stellplätze bringt. Er könnte zum weiteren Meilenstein der Reisemobil-Historie werden.

Zwei Grundrisse sind zunächst im Angebot. Der knapp sieben Meter lange i-Smove 6.9 E hat längs eingebaute Einzelbetten im Heck, der 30 Zentimeter längere 7.3 F erfreut hinten mit einem Queensbett. Rund 90.100 Euro kostet das Einstiegsmodell, weitere Grundrisse, alle auf Basis des Fiat Ducato mit einem Tiefrahmen-Chassis von Al-Ko, sollen die Palette Zug um Zug erweitern. Doch schon die beiden Premierenfahrzeuge begeistern mit vielen einfallsreichen Ideen.

Als Wanddekore werden akustisch wirksame Filzverkleidungen genutzt. Das sieht nicht nur gut aus, sondern schafft eine angenehm ruhige Atmosphäre an Bord. Fenix-Beschichtungen der Möbeloberflächen verhindern Fingerabdrücke und sind pflegeleicht. Den konventionellen Kühlschrank ersetzt eine schubladenartige Box, die fast 140 Liter Volumen hat und mit Kompressortechnik arbeitet. Sieben Patente hat Niesmann + Bischoff für das neue Reisemobil angemeldet, unter anderem für den Leichtbau, und mehr als 23.000 Entwicklungsstunden wurden für den i-Smove aufgewendet.

Es wird geschoben und bewegt

In der Pantry schafft ein Küchenlift genanntes Regal Raum, die gläserne Abdeckung des zweiflammigen Gasherdes gleitet sanft zur Seite und dient dann als weitere Ablagefläche. Geschoben wird auch im Waschraum. Die komplette Seitenwand wird samt Waschbecken gegen die Fahrrichtung nach hinten geführt und trennt so das Bank-WC sauber von der so entstandenen Duschkabine ab.

In der Mitte des Wohnraums verzichten die Innenarchitekten auf die übliche Dinette, sondern bauen zwei seitliche Sitzbänke ein. Der so genannte ,,Face-to-Face"-Grundriss erfreut sich wachsender Beliebtheit. Vorn gibt es in einem Hubbett zwei weitere Schlafplätze. Der Einrichtungsstil insgesamt wirkt überaus edel und modern, setzt Zeichen in der Branche.

Vor allem aber auf das Gewicht ist Geschäftsführer Hubert Brandl stolz. 2840 Kilogramm wiegt der i-Smove 6.9 E, 3,5 Tonnen als zulässiges Gesamtgewicht erscheinen realistisch. Erreicht wurde dies durch viele Detaillösungen. Ein Beispiel von vielen ist die neu entwickelte Wanne der Heckgarage. Sie wird aus beschichtetem Aluminium hergestellt und schafft zwei Fahrrädern einen soliden Stand. Auch die Serviceklappen konnten erleichtert werden, die intelligente Diät kommt der Zuladung zugute. 660 Kilogramm sind erlaubt, beim 7.3 F dürfen 580 kg eingepackt werden.

Beim Bunkern von Wasser heißt es jedoch Obacht geben. 200 Liter passen in den Tank, der Abwasserbehälter fasst 130 Liter. Eine Auflastung ist also dringend angeraten, wenn der i-Smove mit dem optionalen Fäkalientank (140 Liter) und den vielen anderen begehrenswerten Extras ausgerüstet wird. Die Erhöhung des zulässigen Gesamtgewichts ist in zwei Stufen auf 3700 oder 4500 Kilogramm möglich.

Ganz nach Wunsch maßgeschneidert

Fast 2600 unterschiedliche Varianten des i-Smove seien dank des hohen Grades an Individualisierungs-Optionen möglich, so Hubert Brandl. Unterschiedliche Dekore der Möbel und Klappen sowie zahlreiche Polsterkombinationen bis hin zur Lederausstattung. Die Technik lässt sich ebenso aufrüsten. Auf Wunsch gibt es einen 20 Kilogramm fassenden Gastank mit Füllstandanzeige, die serienmäßige Lithiumbatterie lässt sich durch eine zweite verstärken.

Die Grundausstattung ist zwar nicht üppig, doch gehören der kräftigere Fiat-Diesel mit 140 PS (103 kW) ebenso wie 16 Zoll große Leichtmetallräder bereits dazu. Ein komplett ausgestatteter i-Smove kommt dann auf einen Preis von rund 120.000 Euro. (ampnet/mk)

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