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Ratgeber: Ersatzteile - Original oder Nachbau?

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  • 29. September 2020, 12:13 Uhr
  • Holger Holzer/SP-X
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Ersatzteil ist nicht Ersatzteil Foto: SP-X

Die Preisspanne bei Ersatzteilen ist groß. In vielen Fällen ist die günstigste Alternative die beste Wahl.

Bei der Autoreparatur müssen es nicht immer Original-Ersatzteile sein. Gerade bei älteren Fahrzeugen stehen sie preislich in keinem vernünftigen Verhältnis zum Restwert des Pkw. Aber auch für neuere Autos sind sogenannte Ident- oder Austauschteile eine gute Alternative.

Technisch sind Ident-Teile identisch - und somit auch gleichwertig - zu den sogenannten Original-Ersatzteilen. In vielen Fällen laufen sie in der Fabrik des Zulieferers vom selben Band. Hintergrund ist die Arbeitsteilung in der Autoherstellung: Längst produziert der Pkw-Hersteller nicht mehr alle Komponenten seiner Fahrzeuge selbst, sondern kauft sie bei Dritten wie LUK, Valeo oder ZF ein. Diese produzieren die Teile parallel auch für den freien Ersatzteilmarkt. Der einzige Unterschied der Ident- zu den Originalteilen: Sie tragen nicht das Logo des Autoherstellers, sondern das des Teilefabrikanten. Allein das macht sie schon preisgünstiger, da der Kunde den teuren Markennamen nicht mitbezahlen muss. In der Fachwerkstatt sollte man explizit nach solchen Teilen fragen. Nachteile bei Herstellergarantie oder Gewährleistung gibt es nicht.

Nicht ohne weiteres zu empfehlen sind hingegen Nachbau-Teile, wie sie oft im Internet angeboten werden. Sie entsprechen nicht immer der Qualität des Originals, wobei es durchaus viele taugliche Exemplare gibt. Teilweise können sie sogar besser sein als die vom Hersteller verwendete Technik - allerdings sollte man dabei auf die Erfahrung der eigenen Werkstatt oder von befreundeten Schraubern vertrauen. Vom blinden Online-Kauf ist abzuraten.

Ein Sonderfall sind Ersatzteile von Händler-Eigenmarken. Dabei kann es sich sowohl um Ident-Teile als auch um Nachbau-Teile handeln, die vom Teilehandel oder großen Autohausketten unter Eigenmarken verkauft werden. Sie sind aufgrund des großen Bestellvolumens häufig besonders günstig für den Kunden.

Auch aufbereitete Gebraucht- beziehungsweise Austauschteile drücken die Reparaturrechnung. Selbst einige Hersteller und Zulieferer haben entsprechende Teile im Programm, vor allem, wenn es sich um teure Baugruppen wie Motoren und Getriebe handelt. Ein Indiz für qualitativ hochwertige Austauschteile ist eine umfassende und lange Garantie. Einige elektronische Produkte, zum Beispiel Motorsteuergeräte, können zudem von der Fachwerkstatt zur Reparatur an den Hersteller oder ein spezialisiertes Unternehmen geschickt werden. Dies ist oft preiswerter sein als ein Austauschteil, dauert aber meist eine Weile.

Schwieriger als bei mechanischen oder elektronischen Ersatzteilen ist das Sparen bei sichtbaren Komponenten wie Karosserie-Blechen, Scheinwerfern oder Fensterscheiben. Auf diese Teile haben die Autohersteller aktuell noch eine Art Design-Patent, was den Nachbau durch Dritte schwierig bis unmöglich macht. In der Regel muss der Autofahrer in solchen Fällen auf die teuren Original-Teile zurückgreifen. Oder er findet Passendes auf dem Schrottplatz.

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