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Ratgeber: Wohnmobile richtig einmotten - Winterschlaf fürs rollende Heim

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  • 13. Oktober 2020, 13:57 Uhr
  • Holger Holzer/SP-X
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Schränke und Laden sollten über den Winter zum Entlüften offen bleiben Foto: Hobby

Wintercamping mag ein großer Trend sein. Die meisten Reisemobilisten dürften ihr Fahrzeug aber in der kalten Jahreszeit lieber stehen lassen. Damit es im Frühjahr keine bösen Überraschungen gibt, sollten sie den Winterschlaf gut vorbereiten.

Die Wohnmobil-Neuzulassungen haben in diesem Jahr ein weiteres Rekordniveau erreicht. Viele Besitzer müssen ihr rollendes Heim nun erstmals auf die ereignisarme Wintersaison vorbereiten. Korrekt eingemottet sind die Freizeitfahrzeuge im kommenden Frühjahr schnell wieder bereit für die erste Tour.

Vor dem Winterschlaf steht eine gründliche Reinigung an. Am besten funktioniert das in einer speziellen Wohnmobil-Waschanlage, allerdings sind diese hierzulande selten. Alternativ eignen sich große Waschboxen an normalen Pkw-Waschanlagen. Wer selbst zu Schlauch und Reiniger greift, sollte bei Acrylglasfenstern Obacht walten lassen. Normale Glasreiniger und viele andere Mittel machen das Material spröde. Nach dem Säubern werden die Dichtungen von Fenstern und Türen mit Glycerin, Talkum oder Gummi-Pflegemittel eingerieben, um sie geschmeidig zu halten. Wer die lackierten Blechteile wachst, schützt sie zusätzlich vor schlechtem Wetter und Schmutz.

Anschließend steht die Innenraumpflege an. Zunächst werden die Schränke und Schubladen vom Ballast der Reisesaison befreit, danach werden die Oberflächen gereinigt. Teppiche und Polster werden abgesaugt und überwintern dann nach Möglichkeit luftig außerhalb des Wohnmobils. Glatten Flächen wie dem Boden rückt man mit simpler Seifenlauge zu Leibe. Das Wassersystem mit Behälter, Filter, Pumpen und Tanks muss ebenso wie der Tank der Campingtoilette vor dem Einmotten geleert und gereinigt werden. Nicht vergessen, das Gas in der Küche abzudrehen.

Über den Winter sollten Schranktüren, Kühlschrank und nach Möglichkeit auch die Außentüren offen bleiben, um Luftzirkulation zu ermöglichen und muffigen Geruch zu verhindern. Wer sein Freizeitfahrzeug unter freiem Himmel parkt, kann alternativ einmal im Monat per Hand lüften. Zusätzlich beugt ein Luftentfeuchter im Innenraum Schimmelbildung vor.

Nach dem Wohnaufbau ist das eigentliche Fahrzeug dran. Zunächst kontrolliert man die Füllstände aller Flüssigkeiten und füllt gegebenenfalls nach, bei Kühlwasser und Scheibenwaschanlage an Frostschutz denken. Der Kraftstofftank wird nach Möglichkeit vollgemacht, so dass sich weniger Kondenswasser bilden kann. Bei älteren Modellen mit Stahltanks kann es sonst zu Rost kommen. Vor dem endgültigen Abstellen erhöht man den Luftdruck um rund ein halbes Bar, um den langsamen Druckverlust über den Winter auszugleichen. Um das Fahrzeug sicher zu fixieren wird der erste Gang eingelegt, Keile an den Rädern verhindern zusätzlich ein Wegrollen. Der Einsatz der Handbremse empfiehlt sich nicht, da diese über den Winter festrosten kann.

Anders als Wohnwagen (maximal zwei Wochen) dürften Wohnmobile prinzipiell auf unbegrenzte Zeit an öffentlichen Straßen abgestellt werden. Zumindest, wenn sie eine gültige Zulassung haben. Allerdings könnten sich Anwohner von einem derart großen Dauerparker gestört fühlen. Besser steht das Fahrzeug daher auf privatem Grund oder in einer angemieteten Halle. Mittlerweile gibt es in vielen Gewerbegebieten entsprechende Angebote für relativ kleines Geld. Dort ist das Reisemobil zudem besser vor der Witterung und auch vor Diebstahl oder Vandalismus geschützt. Wer seinen Camper lieber unter freiem Himmel auf dem eigenen Grundstück abstellt, kann ihn mit einer luftdurchlässigen Hülle schützen.

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