Motorrad

Piaggio Beverly 300/400 - Doppeltes Lottchen

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Für rund 6.500 Euro bietet Piaggio den 26 kW/35 PS starken Beverly 400 an Foto: Piaggio

Piaggio macht aus dem bisherigen Beverly 350 gleich zwei Nachfolger. Einer ist etwas stärker.

Schon seit 20 Jahren ist der Piaggio Beverly unter den Großradrollern einer der Größten: Zuverlässig belegte er seit seiner Präsentation 2001 jedes Jahr einen der Zulassungs-Spitzenplätze in den wichtigen europäischen Rollermärkten. Auch in Deutschland gehört der Beverly, der zuletzt als Modell Sport Touring 350 firmierte, stets zu den bestverkauften Kraftrollern. Für das eben begonnene Jahr hat Hersteller Piaggio den Beverly komplett überarbeitet: Es gibt ihn künftig wahlweise mit zwei Motoren (300 und 400 Kubikzentimeter Hubraum), mehr Leistung, optimiertem Fahrwerk, mehr Komfort und deutlich verbesserter Ausstattung sowie einer neuen Karosserie. Der Preis für den Beverly 300 liegt inklusive Liefernebenkosten bei 6.000 Euro, der Beverly 400 kostet 6.500 Euro. Beide sollen ab März bei den Händlern verfügbar sein.

Die beiden Einzylinder-Triebwerke von Piaggio mit 278 bzw. 399 Kubikzentimetern Hubraum entsprechen der aktuellen Homologationsnorm Euro 5. Der kleinere Motor leistet 19 kW/25,8 PS/19 kW, der größere 26 kW/35,4 PS. Gegenüber dem bislang im Programm befindlichen Beverly 350 mit 330 Kubikzentimetern Hubraum und 22 kW/30 PS bleibt Piaggio beim 300er also ebenso deutlich unter der bisherigen Leistung wie sie beim 400er überschritten wird. Man hofft, damit einen noch größeren Kundenkreis anzusprechen. Käufer eines Beverly 300 müssen im Vergleich zum alten 350er bei gleichem Preis freilich eine erhebliche Minderleistung akzeptieren.

In beiden Beverly-Versionen setzt Piaggio bei der Radführung auf Showa-Produkte: Vorne wird eine 3,5-Zentimeter-Telegabel eingesetzt, hinten arbeiten zwei Federbeine, deren Vorspannung fünffach einstellbar ist. Der Reifendurchmesser beträgt weiterhin vorne 16 und hinten 14 Zoll, die Reifenbreite unterscheidet sich allerdings: Beim kleineren Motor werden 110/70-Reifen montiert, beim größeren 120/70. Hinten muss sich der 300er mit 140/70 begnügen, während der 400er Beverly auf einem 160/70-Hinterreifen rollt. Die bisherige Reifengröße war 150/70.

Neu ist auch das volldigitale LC-Display im großen 5,5 Zoll-Format. Die Ausstattung mit integrierter Piaggio Multimedia Plattform zur Integration eines Smartphones ist dem Beverly 400 vorbehalten, ebenso der Windschild zur Steigerung des Fahrkomforts. Das Keyless-System dagegen weisen beide Versionen auf. Zur neuen Karosserie gehört auch eine LED-Lichtanlage inklusive in die Frontverkleidung integriertem Scheinwerfer. Fürs Auge sind doppelte Steppnähte an der Sitzbank, die einen Bezug aus zweierlei Materialien aufweist. Ebenfalls neu sind die Aluminiumräder mit nunmehr sieben statt bisher fünf Speichen.

Unverändert vorteilhaft ist der hohe Nutzwert des Piaggio Beverly in städtischer Umgebung mit oftmals schlechtem Straßenbelag: Die relativ großen Räder verleihen ihm ein sehr stabiles Fahrverhalten. Beide Modellversionen gibt es zusätzlich als etwas sportlicher wirkende S-Variante; sie unterscheidet sich vom klassischen Beverly primär durch Matt-Lackierungen und Räder in dunkelgrauem Lack sowie eine schwarze Sitzbank von der eher elegant gehaltenen Basis-Ausführung. Einen Preisunterschied zwischen Beverley und Beverly S gibt es nicht.

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