Motorsport

Neue DTM will die Kurve kriegen

  • In MOTORSPORT
  • 7. Januar 2021, 10:11 Uhr
  • Andreas Reiners
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mid Groß-Gerau - Der ehemalige Formel-1-Star Gerhard Berger bastelt an der Zukunft der neuen DTM. DTM

Die DTM startet nach den werksseitigen Ausstiegen von Audi und BMW mit einem neuen Reglement in eine neue Ära. Doch die läuft erst einmal schleppend an. Immerhin: Es gibt erste prominente Namen.


Gerhard Berger strahlt Zufriedenheit aus. Eine gehörige Portion Optimismus. Und auch Vorfreude. Immerhin konnte er zuletzt den einen oder anderen Coup verkünden, was die neue DTM betrifft.

So ist der frühere Formel-1-Weltmeister Jenson Button mit eigenen Rennstall ("Jenson Team Rocket RJN") dabei und könnte ausgewählte Rennen bestreiten. Die sind beim aktuellen Formel-1-Piloten Alexander Albon bereits fix, der Red-Bull-Fahrer wurde als Gaststarter bestätigt, ebenso wie Red-Bull-Nachwuchsmann Liam Lawson. Für welches Team beide starten, ist allerdings noch offen. Keine Frage: Ein Coup, den er mit Red Bull und seinem österreichischen Landsmann Helmut Marko, Motorsportberater beim Brausehersteller, einfädelte.

"Formel 1-Piloten wie Alex Albon, DTM-Stars wie der dreimalige Champion Rene Rast, Profis aus der GT-Szene und junge Talente wie Liam Lawson - das ist eine Fahrer-Mischung, wie ich sie mir für die DTM-Saison wünsche. Dazu passt, dass sich auch Ex-Formel-1-Weltmeister Jenson Button mit seinem Team eingeschrieben hat", sagt Berger, der an seinem Gesamtziel festhält: 20 Autos mit mindestens fünf Marken.

Die Zwischenbilanz liest sich allerdings arg verhalten: Fünf Teams haben sich bislang zur DTM bekannt, neben Buttons Mannschaft zudem Abt Sportsline, Team Rosberg, GruppeM Racing und 2 Seas Motorsport. Weitere Piloten sind neben Albon und Lawson nicht bestätigt. Berger braucht Namen, um seine Serie von anderen abzuheben.

Bislang sind acht Autos fix am Start, von drei verschiedenen Marken (Mercedes, McLaren und Audi). Seit mehr als zwei Monaten können sich Teams einschreiben. Trotzdem ist in Sachen DTM noch Zurückhaltung angesagt. Zum Vergleich: Der große nationale Konkurrent, das ADAC GT Masters, konnte bereits 33 Autos von 20 Teams und insgesamt acht Marken vermelden.

Gerhard Berger weiß, dass es keine einfache Zeit ist. Keine Zeit, in der man wegen der Corona-Krise und den ganzen, teilweise noch nicht absehbaren wirtschaftlichen Auswirkungen eine neue Version einer Serie auf den Markt bringt, die in ihrer alten Form schon arge Probleme hatte. "In erster Linie gilt es nun, ein hochkarätiges Starterfeld mit Top- Fahrern und entsprechenden Teams zusammenzubekommen. Das ist in der aktuellen Pandemie-Situation kein Selbstläufer", so Berger.

Doch nicht nur die Pandemie bereitet vielen Teams Kopfzerbrechen. Auch die Tatsache, dass noch einige Details wie Kosten für Reifen, Benzin oder ein eventuelles Preisgeld offen sind, lässt Teams offenbar zögern. Sie müssen in der neuen DTM, in der auf ein GT3-Reglement und Sportwagen gesetzt wird, das Budget als Privatteam selbst stemmen, und die Kosten für den Einsatz eines Autos liegen bei rund einer Million Euro. Und die Unterstützung durch die Werke ist minimal bis nicht vorhanden.

Noch ist Zeit. Erstmals soll die "neue" DTM vom 28. bis 30. Mai 2021 in St. Petersburg in Russland starten, wenn es die Entwicklung der Corona-Pandemie überhaupt zulässt. Der neue Kalender sieht vier Renn-Wochenenden in Deutschland vor, dazu kommen neben Russland noch Monza (Italien), Zolder (Belgien), Assen (Niederlande) und der Red Bull Ring (Österreich).

Andreas Reiners / mid

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