Motorsport

Emotionale Ausfahrt: Mick Schumacher fühlt sich bereit

  • In MOTORSPORT
  • 5. Februar 2021, 12:37 Uhr
  • Andreas Reiners
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mid Groß-Gerau - Mick Schumacher im zwei Jahre alten Ferrari in Fiorano. Ferrari

Mick Schumacher geht in seine erste Formel-1-Saison. Nach emotionalen Testfahrten in einem Ferrari fühlt sich der 21-Jährige bereit für das Lehrjahr mit dem Haas-Team.


Fiorano, rund 50 Kilometer entfernt von Bologna. Hier liegt die Hausstrecke von Ferrari. Und es ist keine Frage, dass es emotional wird, wenn ein Schumacher in einem Renner der Italiener sitzt. Erinnerungen werden wach an die Ära von Michael Schumacher, der sich bei der Scuderia mit fünf WM-Titeln zwischen 2000 und 2004 unsterblich machte.

Jetzt drehte sein Sohn Runden auf der Teststrecke, und natürlich war es vor allem für Mick Schumacher etwas Besonderes, als er SF71H, in dem Sebastian Vettel 2018 Vize-Weltmeister wurde, Testfahrten absolvierte. Er dachte in dem Moment daran, wie er selbst als kleiner Junge auf der Tribüne saß und seinem Vater zuschaute.

Es sei "sehr speziell und emotional", dort nun selbst zu fahren, sagte Mick Schumacher: "Es ist einer der schönsten Plätze, um ein Formel-1-Auto fahren zu sehen. Es ist keine große Strecke, aber mit viel Historie dabei." Die ja auch sein Vater entscheidend mit geprägt hat.

Mick Schumacher wird es 2021 etwas langsamer angehen lassen. Der 21-Jährige ist auch weiterhin ein Teil der Nachwuchs-Akademie von Ferrari und unternimmt seine ersten Schritte beim Haas-Team. "Das ist eine wunderbare Gelegenheit", sagte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto: "Mick bleibt Teil der Fahrer-Akademie von Ferrari, und das Ziel dieses Nachwuchsprogramms besteht nicht darin, Fahrer für die Formel 1 auszubilden, sondern Fahrer für den Rennstall Ferrari auszubilden."

Mittelfristig soll Mick Schumacher auch in der Formel 1 in einem Ferrari sitzen. Möglich wäre das frühestens 2023, denn neben dem Monegassen Charles Leclerc (bis Ende 2024 unter Vertrag) fährt der Spanier Carlos Sainz, der bis Ende 2022 unterzeichnet hat.

Für Mick Schumacher wird 2021 nach dem Gewinn des Titels in der Formel 2 also ein Lehrjahr, bei einem Team, das mit Glück wohl höchstens im vorderen Mittelfeld mitfahren kann. "Der Name ist nicht genug, um zu gewinnen, dazu gehört mehr", sagte der frühere Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo in einem Interview der "Sport Bild". "Es ist gut, dass man ihn bei Haas in einem Team aus der zweiten Reihe und ohne Druck fahren lässt. Es ist wichtig, dass er dort wächst, Erfahrungen und Fortschritte macht."

Für Binotto war immer klar, dass Mick Schumacher bei seinem Debüt kein Thema für Ferrari ist: "Wenn du den Schritt machst von der Formel 2 hoch in die Formel 1, dann kannst du nicht im ersten Jahr gleich in einem roten Auto antreten. Das würde einem zu wenig erfahrenen Piloten zu viel Verantwortung aufbürden." Binotto weiter: "Haas und uns verbindet eine starke, etablierte Partnerschaft. Mick erhält die Gelegenheit, mit jenem Team Fortschritte zu erzielen, während er weiter von der Ferrari Driver Academy unterstützt wird."

Mick Schumacher fühlt sich bereit. Bei der Saisonvorbereitung habe er den Fokus auf seine Nackenmuskulatur und Ausdauertraining gelegt, verriet er. Der Test habe ihn geholfen, um zum ersten Rennen zu kommen und zu sagen: "Jetzt bin ich wirklich bereit und kann angreifen. Wegen der geringen Anzahl an offiziellen Testtagen war das sehr wertvoll." Er habe viel Spaß gehabt, alles sei gut gelaufen, betonte Mick Schumacher: "Wir haben verschiedene Sachen ausprobiert. Ich habe wieder jede Menge gelernt und fühle ich mich jetzt noch besser auf die Saison vorbereitet."

Drei weitere Tage hat er noch, wenn die Formel 1 im März 2021 in Bahrain die offiziellen Testfahrten absolviert. Für den 28. März ist dann, ebenfalls in Bahrain, der Saisonstart vorgesehen. Dort, wo sein Vater 2010 bei seinem Comeback sein erstes Rennen im Mercedes absolvierte.

Keine Frage: Für Mick Schumacher bleibt es emotional.

Andreas Reiners / mid

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