Motorsport

Sebastian Vettel mit Hoffnung nach Fehlstart

  • In MOTORSPORT
  • 16. April 2021, 09:24 Uhr
  • Andreas Reiners
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mid Groß-Gerau - Sebastian Vettel: Der Blick ist nach vorne gerichtet. Ferrari

Sebastian Vettel wurde nach dem Saisonauftakt der Formel 1 in Bahrain harsch kritisiert. Vor dem zweiten Rennen am Sonntag in Imola (15 Uhr, live auf Sky und RTL) stellte er klar, dass er die Kritik annimmt - und zurückschlagen will.


Sebastian Vettel musste eine Menge einstecken. Mal wieder. Denn auch mit Aston Martin grüßt das Murmeltier täglich. Sprich: Trotz des Wechsels von Ferrari zu Aston Martin läuft weiterhin nichts zusammen. Zahlreiche Experten kritisierten den Deutschen nach dem verpatzten Saisonauftakt in Bahrain, wo Vettel mehrere Fehler unterliefen. Ex-Formel-1-Pilot Ralf Schumacher meinte, Vettel solle nicht wehleidig sein, DTM-Chef Gerhard Berger attestierte Vettel schlechte Reaktionen unter Druck und Ex-Weltmeister Damon Hill riet dem 33-Jährigen gar zu einem Esoteriker.

Unter dem Strich ging für Vettel alles schief, was schiefgehen konnte. "Das ist gut zusammengefasst", sagte Vettel und nahm vor dem zweiten Rennen am Sonntag in Imola (15 Uhr, live auf Sky und RTL) die Kritik an. "Die Kritik ist gerechtfertigt, ich hatte kein tolles Rennen. Wenn ich ein gutes Rennen gehabt hätte, dann könnte man nicht viel sagen. Aber nach so einem Rennen ist es auch richtig, kritisiert zu werden", sagte er nach seinem 15. Platz, den er sich durch Patzer im Qualifying und Rennen auch selbst zuzuschreiben hatte.

Doch auch Vettels Dienstwagen läuft noch nicht rund. "Das Mittelfeld ist sehr eng, aber wir waren weiter hinten als gedacht", sagte Vettel. "Wir waren eher am Ende des Mittelfelds statt vorne oder in der Mitte." In der vergangenen Saison noch war das Team vierte Kraft mit Blick nach oben, jetzt fährt man der Konkurrenz zum Großteil hinterher.

"Zu dem Zeitpunkt, als er sich entschieden hat, zu Aston Martin zu gehen, dachte man, dass er mit dem neuen Auto weit vorne fahren kann. Die Theorie ist das eine, die Realität das andere. Mit dem Auto kann er die WM nicht gewinnen, das ist ausgeschlossen», sagte AlphaTauri-Teamchef Franz Tost bei Sport1. Denn: "Das Fahrzeug ist nicht so gut. Es ist sehr instabil auf der Hinterachse", sagte Tost. Und genau das liegt Vettel in der Regel nicht.

Doch Vettel nimmt die Situation an. "Das Leben ist manchmal so. Wir haben noch immer viel Potential. Wir können als Team wachsen, aber auch mit dem Auto, das wir haben. Wir haben neue Ideen und einen Plan."

Er selbst verbrachte Zeit im Simulator, um einige Dinge rund um das Auto besser zu verstehen. Er will sich und das Gesamtpaket in eine bessere Verfassung bekommen. Dafür hatte er immerhin drei Wochen zur Verfügung. "Es war gut, ein bisschen Zeit zu haben. Das erste Rennwochenende war sehr stressig, es gibt viele Dinge, die wir noch verstehen und lernen müssen über das Auto. Da hilft es, die extra Zeit zu haben", sagte Vettel, der technische Neuerungen am Auto für Imola ankündigte: "Zum Glück ist alles noch sehr eng. Da können auch kleine Dinge schon einen großen Unterschied machen."

Spekulationen über ein mögliches Karriereende schob er umgehend einen Riegel vor. "In der Hinsicht bin ich selbstkritisch genug, stelle mir auch selbst oft genug die richtigen Fragen. Wenn das nicht mehr der Fall wäre, hätte ich kein Problem damit zu sagen, dass es das war", sagte Vettel bei RTL: "Nur hier zu bleiben, dass ich ein bisschen rumfahren kann, wäre Zeitverschwendung. Dafür bin ich zu ehrgeizig. Dafür habe ich zu viel erreicht in der Vergangenheit. Dafür ist mein Anspruch zu hoch." Deshalb steckt er auch weiter ein, wenn es nötig ist.

Andreas Reiners / mid

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