Ratgeber

Unfallschaden - welche Möglichkeiten gibt es?

  • In RATGEBER
  • 25. Oktober 2021
  • Redaktion
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@ Hans (CC0-Lizenz)/ pixabay.com

Zu einem Verkehrsunfall kann es schnell kommen. Laut Statistischen Bundesamt werden jedes Jahr über 2 Millionen Verkehrsunfälle erfasst. Kurz nicht aufgepasst und schon krachen zwei Fahrzeuge zusammen. Dem Unfallopfer steht in den meisten Fällen Schadensersatz zu. So ist die Haftpflichtversicherung des Unfallgegners dazu verpflichtet, die Reparaturkosten zu zahlen.

Damit die Auszahlung schnell und ohne Probleme vorgenommen wird, sollte das Unfallopfer ein paar Punkte beachten.

Einen Kfz-Gutachter einschalten

Nach einem Verkehrsunfall werden professionelle Sachverständige wie Gutachterix häufig damit beauftragt, zu ermitteln, wie schlimm der Schaden ist und mit welchen Reparaturkosten gerechnet werden muss. Zu diesem Zweck fertigen die Sachverständigen ein Unfallgutachten an. Häufig beauftragen Versicherungen ihrerseits auch einen Sachverständigen.

Unfallopfer sollten bei der Ermittlung der Höhe des Schadens immer die Dienste eines neutralen Gutachters in Anspruch nehmen und auf die Dienste des Gutachters, den die gegnerische Versicherung unter Umständen, anbietet, verzichten. Die Versicherung muss in jedem Fall die Beauftragung eines Sachverständigen zahlen, wenn der Schadenwert (voraussichtlich) über 700 Euro liegt.

Kfz-Haftpflichtschaden auszahlen lassen

Wenn bei einem Unfall nur ein kleiner Blechschaden oder eine kaum sichtbare Delle entstanden ist, ist eine Reparatur nicht zwingend notwendig. Unfallopfer entscheiden sich in einem solchen Fall häufig dafür, den Schaden nicht zu beheben. Dennoch haben Unfallopfer ein Recht auf einen gewissen Schadenersatz. In diesem Kontext ist häufig die Rede von einer "fiktiven Abrechnung". Der Unfallgegner muss nur für bestimmte Abstriche im Vergleich zu einer Übernahme der Werkstattkosten aufkommen.

Den Schaden selbst beheben

Wer ein bisschen Ahnung hat, kann sein Fahrzeug nach einem Unfall auch einfach selber wieder fit machen. Weil das Fahrzeug dann nicht in eine Werkstatt gegeben wird, wird eine andere Berechnungsmethode angewandt, um den Schaden zu ermitteln.
Bevor sich Unfallgeschädigte einen Kfz-Unfallschaden auszahlen lassen, sollten diese Folgendes beachten: Die Versicherung des Unfallgegners muss einen geringeren Betrag erstatten, wenn das Fahrzeug vom Unfallopfer repariert wird. Im Falle einer Werkstattreparatur muss die Versicherung hingegen mehr zahlen.

Noch bis vor kurzer Zeit konnten sich Unfallopfer die Summe auszahlen lassen, die eine Reparatur in einer Werkstatt gekostet hätte. Gerichte haben allerdings entschieden, dass nicht jeder Betrag angebracht ist. Schließlich sollen Unfallgeschädigte keinen Profit aus dem Unfall schlagen.

Unfallschaden reparieren oder auszahlen lassen?

Häufig ist es für Laien schwierig zu beurteilen, was nach einem Verkehrsunfall am besten getan werden sollte. Besonders bei schwereren Schäden ist es empfehlenswert, einen Rechtsanwalt hinzuzuziehen. Die Versicherung des Unfallgegners muss meistens für die Anwaltskosten aufkommen.
Viele Versicherungsunternehmen wehren sich außerdem gegen die Möglichkeit der "fiktiven Abrechnung". Wer sich den Unfallschaden sicher auszahlen lassen möchte, der sollte in jedem Fall einen Rechtsbeistand konsultieren.

Die obigen Ausführungen gelten ausschließlich für Schäden, welche infolge eines unverschuldeten Verkehrsunfalls entstanden sind. Solche Schäden müssen immer von der gegnerischen Versicherung übernommen werden. Anders sieht es allerdings aus, wenn ein Kaskoschaden beim Versicherer geltend gemacht werden soll. Dann besteht nämlich immer die Möglichkeit, sich den Schaden am Fahrzeug auszahlen zu lassen. Bestimmte Versicherungsunternehmen schließen diese Möglichkeit vertraglich aus. Sollte ein Unfallgegner eine Forderung stellen, darf nicht einfach selbstständig ein Kfz-Gutachter beauftragt werden. Weisungsberechtigt ist immer der Versicherer. Nur dieser darf einen Sachverständigen engagieren.

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