Die Ladeinfrastruktur braucht die Strompreisbremse

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  • 8. Dezember 2022, 15:10 Uhr
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CCS-Schnellladestecker von Ionity. Foto: Autoren-Union Mobilität/Porsche

Die ersten großen Ladesäulen-Anbieter kündigen massive Preissteigerungen für Januar 2023 an. Mit einem Preisanstieg von bis zu 27 Prozent ist zu rechnen. ,,Wenn die Politik nicht schnellstmöglich handelt, vermasselt Deutschland die Elektrowende. Die Preise für Elektroautos und deren Unterhaltungskosten steigen weiter, ein Umstieg auf Elektromobilität wird damit immer unattraktiver", betont Axel Schäfer, Geschäftsführer des Bundesverbands Betriebliche Mobilität (BBM).

Aufgrund der Energiekrise und der deutlich steigenden Energiepreise sehen sich auch Ladesäulen-Anbieter gezwungen, die Preise anzuheben. Erst kürzlich hatte EnBW einen Anstieg der Preise ab Mitte Januar 2023 von bis zu 27 Prozent angekündigt. Ziemlich sicher werden nach Ansicht des BBM weitere Anbieter folgen.

Axel Schäfer hat eine klare Meinung: ,,Durch die höheren Stromkosten in Verbindung mit der Deckelung der Fördersummen bis hin zum Wegfall der Förderung für Unternehmen sinkt die Attraktivität von Elektrofahrzeugen." Entscheidend für die Wahl der Elektromobilität seien am Ende die Gesamtbetriebskosten, so Schäfer. ,,Es ist ein Unding, was die Politik angesichts der so oft als notwendig beschworenen Elektromobilität treibt."

Der Mobilitätsverband fordert ein schnelles Handeln der Politik. Eine Strompreisbremse muss auch bei der Ladeinfrastruktur wirken, der BBM sieht die Mobilitätswende sonst gefährdet. Außerdem sollen die Vorschriften für die Fördermaßnahmen wieder geändert werden. Unternehmen dürften nicht von der Förderung ausgeschlossen werden. ,,Aktuell schwinden die wirtschaftlichen Argumente ,Pro Elektromobilität' massiv. Mit Sicherheit wird dies dazu führen, dass Unternehmen von der Elektrifizierung zunächst Abstand nehmen. In der aktuellen Situation können es sich immer weniger Unternehmen leisten, Mehrkosten für Nachhaltigkeitsargumente in Kauf zu nehmen. Image hin oder her", resümiert Marc-Oliver Prinzing, Vorstandsvorsitzender. (aum)

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