Motorsport

Vettel in der Formel 1: Und täglich grüßt das Murmeltier

  • In MOTORSPORT
  • 29. März 2021, 10:04 Uhr
  • Andreas Reiners
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mid Groß-Gerau - Lewis Hamilton hat den Saisonauftakt der Formel 1 gewonnen. Daimler

Sebastian Vettel war mit großen Hoffnungen in die neue Formel-1-Saison gestartet, erlebte aber einen enttäuschenden Saisonauftakt. Mick Schumacher hingegen konnte zufrieden sein, Lewis Hamilton gewann den ersten Lauf.


Sebastian Vettel rückte sich die Maske zurecht, dann setzte er zu Erklärungen an, die man bereits aus dem Vorjahr kennt. Mit dem Unterschied, dass der Deutsche in einem grünen statt einem roten Rennoverall steckte. Denn Vettel fährt 2021 in der Formel 1 zwar für Aston Martin, die Pechsträhne des 33-Jährigen setzte sich aber auch beim Saisonauftakt mit neuem Auto und neuem Umfeld nahtlos fort. Fünf Punkte sammelte Vettel am ersten Rennwochenende - allerdings allesamt Strafpunkte.

Ansonsten ging Vettel leer aus, dabei sollte sein Grün doch symbolisch für die Hoffnung stehen, dass alles besser wird. Stattdessen muss sich der Deutsche vor allem eines: in Geduld üben. Es grüßt: das Vettel-Murmeltier. Es grüßt übrigens auch von der Spitze, denn Weltmeister Lewis Hamilton gewann den Auftakt vor Max Verstappen im Red Bull. Der Ausgang war allerdings deutlich enger als in den vergangenen Jahren.

"Ich fühle mich nicht zu Hause im Auto, viele Dinge kämpfen da gegen mich, sodass ich mich nicht aufs Fahren konzentrieren kann", sagte Vettel nach dem Rennen, in dem er nur 15. wurde: "Es gibt viele Dinge, um die wir uns kümmern müssen. Die anderen waren teilweise zwei Sekunden schneller."

Die Probleme begannen bereits am Samstag im Qualifying, als er zunächst nur 18. wurde, später aber ans Ende des Feldes versetzt wurde, weil er nach einem Dreher des Konkurrenten Nikita Mazepin unter Gelben Flaggen zu schnell war. Von dort aus rumpelte Vettel mit einer Einstopp-Strategie chancenlos durch das Rennen. Er lieferte sich zwar sehenswerte Zweikämpfe mit Altstar Fernando Alonso, rauschte dann aber dessen Alpine-Teamkollegen Esteban Ocon in der 44. Runde ins Heck.

Prompt kam am Funk der typische Vettel durch, der im ersten Reflex dem Gegner den Fehler in die Schuhe schieben wollte. "Letztlich war es vielleicht mein Fehler", gab er nach dem Rennen zu: "Ich dachte, er bleibt rechts, aber er kam nach links zurück, da hatte ich dann keinen Abtrieb mehr und habe ihn getroffen." Sahen auch die Rennkommissare so, die ihm eine Zehn-Sekunden-Strafe aufbrummten.

Sky-Experte Timo Glock: "Ich habe mich über das sehr gute Racing mit Alonso gefreut, da hat Seb schon paar clevere Dinge gemacht. Leider Gottes kam dann die Fehleinschätzung, denn Ocon bleibt auf seiner Linie. Seb hat sich verschätzt, fährt nach links voll in den Windschatten und bekommt dadurch blockierende Räder."

Glock: "Die Strafe ist am Ende gerechtfertigt." Drei Strafpunkte für das Rasen, zwei für die Kollision: Die fünf Zähler stehen symptomatisch für einen Fehlstart in seinem Aston Martin. "Ich denke nicht, dass Punkte realistisch waren", stellte Vettel klar.

Vettel versuchte sich deshalb in Zuversicht. "Ich glaube, wir haben jede Menge gelernt und wissen, wo wir uns verbessern können." Die Zeit dafür bekommt er offenbar, denn sein Teamchef nimmt ihn in Schutz. "Das Auto, das er jetzt fährt, ist ganz anders als jenes, welches er vorher gefahren ist", sagte Otmar Szafnauer: "Ich bin weiterhin zuversichtlich, dass Seb es schaffen wird."

Und wie hat sich Mick Schumacher geschlagen? Der Sohn von Rekord-Weltmeister Michael Schumacher erlaubte sich einen einzigen Fehler: Der 22-Jährige drehte sich im Rennen, wurde am Ende 16. und Letzter, was im unterlegenen Haas aber auch keine Überraschung war. Da sein Teamkollege Mazepin ausschied, hat Schumacher alles richtig gemacht. Er nimmt deshalb auch "viel Positives" mit, "ich habe viel gelernt. Ich hatte viel Spaß und freue mich auf das nächste Rennen."

Andreas Reiners / mid

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