Fahrbericht

VW Passat Alltrack: Wald-und-Wiesen-Kombi

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mid München - Der Liebling der deutschen Dienstwagen-Fahrer als Freizeit-Variante fürs Wochenende: der VW Passat Alltrack. VW

Der Passat krempelt die Ärmel hoch: Ende September rollt VW analog zum Golf auch für seinen Mittelklasse-Kombi eine neue Alltrack-Version zu den Händlern. Rund drei Zentimeter höher gelegt, mit Allradantrieb, neuen Stoßfängern, Unterfahrschutz und reichlich Planken an den Flanken, wird aus dem hauptberuflichen Dienstwagen eine Wald-und-Wiesen-Variante für Freizeit und Wochenende.

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Der Passat krempelt die Ärmel hoch: Ende September rollt VW analog zum Golf auch für seinen Mittelklasse-Kombi eine neue Alltrack-Version zu den Händlern. Rund drei Zentimeter höher gelegt, mit Allradantrieb, neuen Stoßfängern, Unterfahrschutz und reichlich Planken an den Flanken, wird aus dem hauptberuflichen Dienstwagen eine Wald-und-Wiesen-Variante für Freizeit und Wochenende.

Das stärkste Argument für den Passat Alltrack ist sofort offensichtlich: er hebt sich optisch deutlich von den zivilen Versionen ab. Mit Unterfahrschutz in Edelstahloptik (wenn auch aus Kunststoff), Chrom-Leisten und -Trapezblenden, matt verchromten Außenspiegelgehäusen sowie dunkel eingefassten Radläufen und Seitenschwellern plus Aluoptik sticht die zweite Generation wohltuend aus dem uniformen Dienstwagen-Einerlei heraus. Zu den exklusiven Kennzeichen zählen außerdem eine silberfarben eloxierte Dachreling, Nebelscheinwerfer, spezielle 17-Zoll-Leichtmetallfelgen sowie die "Alltrack"-Plakette im Grill und -Schriftzug am Heck.

Innen dagegen ist alles wie gehabt: übersichtlich geordnetes Cockpit, hochwertig verarbeitete Materialien inklusive aller Sicherheits-Systeme. Für den "Alltrack"-Touch sorgen Edelstahl-Einstiegsleisten, Alupedale, spezielle Dekorteile und Sitze mit Alcantara-Bezug. Wie beim normalen Passat sind auch beim Alltrack alle Assistenz- und Infotainment-Systeme zu haben, allerdings meist gegen Aufpreis.

Anders aber als die ebenso auf Offroad geschminkten "Cross"-Modellbrüder, die in der ersten Schlammkuhle hängen blieben, geht der Outdoor-Variant tatsächlich über Stock und Stein - auch wenn diese nicht allzu groß sein dürfen. Denn im Vergleich zur zivilen Version hat der Alltrack lediglich zwei Finger breit, ganz genau 27,5 Millimeter, mehr Luft unterm Bodenblech. Klingt nach nicht viel, und das ist es auch nicht, wenn man mit insgesamt 17,4 Zentimeter Bodenfreiheit ins Gelände will.

Für ausgefahrene Feldwege, feuchte Wiesen oder die Abkürzung über den Acker reicht das aber allemal. Auch weil der permanente Allradantrieb "4Motion" ebenso serienmäßig ist wie ein Fahrprogramm-System, das neben den bekannten Funktionen "Eco", "Comfort", "Normal", "Sport" und "Individual" exklusiv einen "Offroad"-Modus aktivieren kann. Ein Knopfdruck, und alle wichtigen Assistenzsysteme, das Fahrwerk sowie Motor- und Getriebesteuerung schalten um auf Querfeldein. So werden etwa die ABS-Regelung für kürzere Bremswege auf losem Untergrund angepasst, die Schaltpunkte bei der DSG-Automatik angehoben und der Gaspedalweg verlängert. Ein Bergabfahr-Assistent verhindert ungewolltes Beschleunigen im Gefälle.

Von all dem merkt der Fahrer wie immer kaum etwas, außer dass der Passat Alltrack ebenso steinige wie steile Auf- und Abfahrten mit stoischer Gelassenheit meistert. Selbst dann, wenn dabei noch was am Haken hängt: Der Alltrack zieht gebremst bis zu 2.200 Kilogramm. Wer beim Rangieren schnell die Nerven verliert, sollte den bereits aus Limousine und Variant bekannten Trailer Assist inklusive Einparkroboter (630 Euro) hinzu ordern. Mit Hilfe der Rückfahrkamera und des Verstellknopfes für die Außenspiegel lässt sich das Gespanns mühelos dirigieren, nur Gas geben und bremsen muss der Fahrer noch selbst.

Ebenso vertraut sind die Motoren. Passend zu Image und Einsatzzweck bietet VW durch die Bank Zweiliter-Turbodirekteinspritzer mit sattem Drehmoment an. Selbst der einzige TSI-Benziner mit 162 kW/220 PS und stets mit 7-Gang-Direktschaltgetriebe (DSG) kombiniert, entwickelt schon ab 1.450 Touren einen bulliges Drehmoment von maximal 350 Newtonmeter und lässt bis 4.400 Umdrehungen nicht locker.

Noch kräftiger packt der Diesel zu, der in drei Leistungsstufen mit 110 kW/150 PS, 140 klW/190 PS und 176 kW/240 PS zur Wahl steht. Schon die Basis-Version weiß mit 340 Nm Dremoment in der Spitze ab 1.750 Umdrehungen zu überzeugen. Der Motor zeigt dank zweier Ausgleichswellen eine große Laufruhe und soll sich nach Norm mit 4,9 Liter Diesel (129 g/km CO2) zufrieden geben. Vorausgesetzt, der Fahrer schaltet das gut gestufte 6-Gang-Getriebe immer schön flott rauf und runter. Allein die Fahrleistungen sind mit 9,2 Sekunden für den Standardsprint auf Tempo 100 und 205 km/h Spitze nicht nur auf dem Papier etwas mager.

Deutlich mehr Wucht entwickelt der mittlere TDI mit einem Drehmoment-Gipfel bei 400 Nm, der mit Hilfe des serienmäßigen 6-Gang-DSG in nur 8,0 Sekunden die Hundertermarke reißt, ohne das mit 5,1 Litern Diesel Verbrauch nach Norm (135 g/km CO2) mit übermäßigem Durst zu quittieren. Und das TDI-Top-Modell leitet sogar bullige 500 Nm an die Kurbelwelle, die den Gelände-Kombi via 7-Gang-DSG in 6,4 Sekunden auf Tempo 100 schnellen lässt. Ein Start-Stopp-System und Bremsenergie-Rückgewinnung gehören bei allen Modellen zur Serienausstattung. Was man allerdings bei einem so teueren Auto auch erwarten kann.

Denn mit Einstiegspreisen ab 38.550 Euro für den 150-PS-Diesel ist der Passat Alltrack je nach Ausstattung rund 3.000 Euro bis 5.000 Euro teurer als ein vergleichbarer Passat Variant mit Allradantrieb. Für die Topversion mit 240-PS-Diesel und 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe rufen die Wolfsburger sogar mindestens 47.150 Euro auf. Der Benziner, ebenfalls mit 7-Gang-DSG, kostet ab 42 575 Euro. Ein Auto für Freizeit und Wochenende gewiss - wenn man die Woche über richtig Geld verdient hat.

Frank Wald/mid

Technische Daten: VW Passat Alltrack 2.0 TDI 4Motion
viertüriger, fünfsitziger Mittelklassekombi: Länge/Breite/Höhe/Radstand in Metern: 4,78/1,83/1,51/2,79, Leergewicht 1.670 kg, zul. Gesamtgewicht: 2260 kg, Kofferraumvolumen: 639 l - 1.769 l, Wendekreis: 11,7 m, Tankinhalt: 66 l, Preis: ab 38 550 Euro.
Motor: Reihen-Vierzylinder-Turbodiesel, Hubraum: 1968 ccm, Leistung: 110 kW/150 PS bei 3.500/min - 4.000/min, max. Drehmoment: 340 Nm bei 1.750/min - 3.000/min, Höchstgeschwindigkeit: 205 km/h, 0 bis 100 km/h: 9,2 Sekunden, Normverbrauch: 4,9 l/100 km, CO2-Ausstoß: 129 g/km, Sechsgang-Handschaltung, Allradantrieb.

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