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SsangYong beim Rallycross: Herausforderung für Mensch und Material

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mid Mettet - Beim "Ladbrokes SRX Cup", der als Markenpokal von SsangYong ausgerichtet wird, werden Fahrer und Material einer Belastungsprobe unterzogen. Jutta Bernhard / mid

SsangYong bedeutet übersetzt Zwillingsdrache. Der Automobilhersteller aus Korea ist seit sechs Jahren in Deutschland ansässig. Mit einem Vertriebsnetz von immerhin 200 Vertragspartnern sehen sich die Koreaner gut gewappnet für die automobile Zukunft. Und mit ihren Rallycross-Autos wollen sie in der Gegenwart punkten.

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SsangYong bedeutet übersetzt Zwillingsdrache. Der Automobilhersteller aus Korea ist seit sechs Jahren in Deutschland ansässig. Mit einem Vertriebsnetz von immerhin 200 Vertragspartnern sehen sich die Koreaner gut gewappnet für die automobile Zukunft. "Rund 20.000 Fahrzeuge werden jetzt schon europaweit abgesetzt", freut sich Youngho Hong, General Manager SsangYong Europa, der persönlich nach Belgien zur "World Rallycross Championship" angereist ist.

Im vierten Jahr wird die Rallye in Belgien durchgeführt, rund 30.000 Besucher schauen sich das Spektakel an. Ein Wochenendticket kostet 70 Euro. SsangYong ist mit zehn Fahrzeugen am Start. Im "Ladbrokes SRX Cup" findet das dritte Rennen in diesem Jahr statt. Fünf weitere Rennen stehen noch bevor. Bei der Realisierung dieses Rallycross-Rennkonzepts stehen laut den Koreanern Action und Nervenkitzel an erster Stelle. SsangYong Berater Marc Duez: "Bei dieser Meisterschaft stehen die Wagen im Mittelpunkt. Alle Fahrzeuge starten mit genau der gleichen technischen Ausstattung. Das Können der Piloten macht den Unterschied aus. Dieser Sport zieht auch jene in ihren Bann, die sich noch nie für Autorennen interessiert haben. Die Strecke ist eine Mischung aus Schotter und Asphalt."

Namhafte Piloten wie Ken Block, Petter Solberg und Sébastien Loeb sind mit von der Partie. Unser Favorit heißt Patrick Hein und ist für SsangYong Deutschland mit einem aufgemotzten Actyon Sports Pick-Up mit 225 PS und 500 Newtonmeter Drehmoment am Start. Der Preis ist heiß: unter 40.000 Euro kostet ein Komplett-Umbau. Der Unterboden ist mit einer Stahlplatte ausgelegt, es gibt eine geschraubte Sicherheitszelle.

Das ist ein Sport nicht nur für die Reichen, sondern auch für den Normalbürger mit schmalerem Budget. Ich starte den Selbstversuch. Patrick nimmt mich als Co-Pilotin mit zum ersten Qualifikationslauf. Bevor ich in dem Fahrzeug sitze, geht es erst einmal zum Sanitäter-Zelt und zum Gesundheitscheck. Blutdruck stabil, alles gut, nach 20 Minuten erhalte ich meine Start-Erlaubnis vom Doktor. Jetzt heißt es raus aus den Straßenklamotten und rein in den Renn-Dress. Zuerst gibt es feuerfeste lange Unterwäsche, feuerfeste Socken, dann folgt der Renn-Overall und eine Sturmhaube. Rote feuerfeste Schuhe fehlen ebenso wenig wie ein Genickschutz plus Helm und Handschuhe. Die Komplettausrüstung kostet 1.650 Euro. Nicht ganz billig, aber günstiger als ich dachte.

Bei einer Außentemperatur von 25 Grad fühle ich mich nach zehn Minuten wie "Wurst in Pelle" Ohne Schweiß kein Preis! Ab ins Rennauto: Angeschnallt und mit Feuerlöscher unter dem Sitz fühle ich mich sicher. Bis wir am Start sind, vergehen noch einmal 20 Minuten. Im SsangYong sind es gefühlte 50 Grad. Die Aufregung steigt. Los geht's. Vier Runden genügen mir für den Anfang. Mit 70 km/h geht es eine Böschung herunter. Wir heben ab und kommen hart auf dem Asphalt auf. Eine Herausforderung für Mensch und Material. Doch der Koreaner schafft sein Pensum, Respekt. Nach sieben Minuten ist der Spaß leider schon vorbei. Am Ende hat Patrick zwar nicht gewonnen. Doch ich habe gewonnen - an Erfahrung. Und weiß, dass dieser Sport auf die Knochen geht und eher etwas für die jüngere Generation ist.

Jutta Bernhard

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