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Goodyear Oxygene: Reifen mit grüner Lunge

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mid Genf - Goodyear sorgt auf dem Genfer Autosalon mit einem grünen Reifen für Aufsehen. "Oxygene" heißt der Konzeptreifen. Der Clou: In der Seitenwand des Reifens wächst echtes Moos. Goodyear

Beim rasanten Wandel der Automobilindustrie müssen sich auch Reifenhersteller immer wieder neue Dinge einfallen lassen. Wie die Zukunft aussehen könnte, zeigt jetzt Goodyear. Das Unternehmen sorgt auf dem Genfer Automobilsalon mit einem grünen Reifen für Aufsehen.

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Beim rasanten Wandel der Automobilindustrie müssen sich auch Reifenhersteller immer wieder neue Dinge einfallen lassen. Wie die Zukunft aussehen könnte, zeigt jetzt Goodyear. Das Unternehmen sorgt auf dem Genfer Automobilsalon mit einem grünen Reifen für Aufsehen. "Oxygene" heißt der Konzeptreifen, der dazu beitragen soll, dass urbane Mobilität in Zukunft sauberer, komfortabler, sicherer und nachhaltiger wird.

Der Clou: In der Seitenwand des Reifens wächst echtes Moos. Aufgrund seiner offenen Struktur und mithilfe seines intelligenten Laufflächen-Designs kann der "Oxygene" laut Goodyear Wasser von der Fahrbahnoberfläche absorbieren und zirkulieren lassen. So wird der Prozess der Photosynthese in Gang gesetzt, der Sauerstoff freisetzt.

"Bis 2050 werden voraussichtlich mehr als zwei Drittel der Weltbevölkerung in urbanen Zentren leben. Der Bedarf nach Mobilitätslösungen für die Städte von morgen wird damit enorm ansteigen", sagt Jürgen Titz, Vorsitzender der Geschäftsführung der DACH-Region bei Goodyear. "Um die größten Herausforderungen im Bereich urbane Mobilität und Entwicklung zu meistern, werden Lösungen für eine intelligente und grüne Infrastruktur inklusive öffentlichem Nahverkehr eine Schlüsselrolle spielen."

Der Konzeptreifen "Oxygene" ist ein wahrer "Saubermann", glaubt man den Goodyear-Strategen. So soll er doch tatsächlich die Luft reinigen, die wir atmen: Mit seiner besonderen Lauffläche nimmt der "Oxygene" Wasser von der Straße sowie CO2 aus der Luft auf. Er versorgt so das Moos in seiner Seitenwand mit Nährstoffen. Mittels Photosynthese gibt der Reifen wiederum Sauerstoff in die Luft ab. Und die schlauen Köpfe des Unternehmens haben auch gleich die passenden Zahlen parat: In einer Stadt ähnlich des Großraums Paris mit rund 2,5 Millionen Autos, die auf dem "Oxygene" rollen, würden auf diese Weise jährlich fast 3.000 Tonnen Sauerstoff produziert und mehr als 4.000 Tonnen Kohlendioxid absorbiert werden.

Die Leichtbaustruktur von "Oxygene" wirke stoßdämpfend, sei pannensicher und langlebig, heißt es. Ziel ist es, das Reifenleben zu verlängern und im Sinne einer sorgenfreien Mobilität den Aufwand für Service und Reparatur zu minimieren, so die Botschaft. Und noch etwas versprechen die Experten: Die offene Struktur des Reifens erhöht dabei zusätzlich die Fahrsicherheit, da sie dabei hilft, Wasser von der Lauffläche zu absorbieren, was die Nasshaftung des Pneus verbessert.

Noch ist "Oxygene" so etwas wie ein Ding aus einer anderen Welt. Und wenn man den technischen Beschreibungen der Fachleute lauscht, wird sicher so mancher völlig ungläubig den Kopf schütteln. So soll der Konzeptreifen beispielsweise die Energie speichern, die der Photosynthese-Prozess freisetzt, um seine eingebettete Elektronik mit Strom zu versorgen. Und weiter: Hierzu gehören eingebaute Sensoren, eine Einheit für künstliche Intelligenz sowie ein sich verändernder Lichtstrahl in der Seitenwand. Dieser ändert seine Farben und kann andere Verkehrsteilnehmer und Fußgänger auf die nächsten Fahrmanöver hinweisen, etwa ein Fahrbahnwechsel oder ein Abbremsen.

Ein bisschen Science Fiction à la "Star Wars" kommt dann auch noch ins Spiel: Der Konzeptreifen nutze ein auf sichtbarem Licht beruhendes Kommunikationssystem, auch "LiFi" genannt, das eine hochleistungsfähige Mobilkonnektivität in - bitte festhalten - Lichtgeschwindigkeit möglich mache, teilt Goodyear mit. LiFi vernetzt den Reifen mit dem Internet für eine Kommunikation von Fahrzeug zu Fahrzeug sowie von Fahrzeug zu Infrastruktur, der Kern von intelligenten Lösungen für das Mobilitätsmanagement.

"Wie die Konzeptreifen, die wir in den vergangenen Jahren in Genf präsentiert haben, soll auch der Oxygene der Diskussion um intelligente, sichere und nachhaltige Mobilität neue Impulse verleihen", erläutert Jürgen Titz. "Da unser aktueller Konzeptreifen zur Verbesserung der Luftqualität beiträgt, könnte er dabei helfen, die Lebensqualität und Gesundheit von Stadtbewohnern zu verbessern." Was waren das noch für Zeiten, in denen Reifen einfach nur rund waren.

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