Sonst noch was? - Die Schönheit entspannten Reisens

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  • 29. April 2018, 11:20 Uhr
  • Günter Weigel/SP-X

In einer stressigen Welt ist Entspannung wichtig. Nein, hier geht es nicht um oder Donald Trump oder Kim Jong Un. Uns geht es um Wellness.

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Entspannt reisen und schöner ankommen - das hat für Tina Müller bei Opel nicht so ganz geklappt. Da ging es aber auch noch zuvorderst um markengerechte Parkpositionen. Nach dem dort angewandten Umparken im Kopf ist die umtriebige Managerin inzwischen Chefin des Kosmetikkonzerns Douglas, kann aber von der Mobilität doch nicht ganz lassen. Allerdings gib sie sich nicht mit profanen Autos ab. Die wären für den neuen Service auch zu klein, geht das Verwöhnprogramm von Douglas über Duftzerstäuber im Handschuhfach doch weit hinausgeht und erfordert ein wenig Bedienung.

Weil für zusätzliches Personal weder in einem Opel-Van noch beispielsweise in einem Maybach ernstlich Platz wäre, bietet Douglas die Idee der Verschönerung während der Fahrt zusammen mit der Deutschen Bahn an. Der Douglas Beauty ICE offeriert einen rollenden Schönheitssalon, in dem sich Fahrgäste beiderlei Geschlechts während der Fahrt aufhübschen lassen können - kostenfrei und ohne Voranmeldung. Wir finden, das ist eine tolle Idee zum Nutzen aller Beteiligten. Douglas macht Werbung, die Passagiere sind abgelenkt. Lästige Wartezeiten wegen allerlei Schäden, umgestürzten Bäumen und ähnlichem werden per Wellness nervlich absorbiert. Das geschulte Schminkpersonal lächelt den Ärger weg und die Zugbegleiter, Schaffner und dergleichen mehr sehen schönere Passagiere. Einen ähnlichen Zweck erfüllte bislang die Bordbar, allerdings wurde dort bestenfalls die Verschönerung aus Sicht der Konsumenten gefrönt. Dem Personal blieb der Vorteil der Gegenüberverschönerung durch die Einnahme von Sixpacks und Piccolöchen verwehrt.

Nicht ganz so weit ist man bei Lexus mit dem Thema Verschönerung des Lebens durch Verwöhnen. Die Japaner können das schon ganz gut, haben Stil und verstehen es, mit edlen Materialien umzugehen, aber den rollenden Schönheitssalon toppt man eben nicht mit einer schicken Lounge am Flughafen, wo man die Reisenden ein wenig in die Lexus-Luxus-Welt entführen möchte. Abgesehen davon verstehen wir auch den Sinn einer Lexus-Lounge im Abflugbereich nicht so ganz. Wer die Marke noch nicht kennt, wird sich vielleicht über die komfortable Lounge freuen und sie einer neuen Airline-Kooperation zuschreiben, vielleicht aber auch schon wieder vergessen haben, wenn er 10 Stunden und ein paar Gläser Wein später am Zielflughafen angekommen ist. Wer Lexus kennt, wird Autos in der Lounge vermissen und diesen Umstand gleichsam ein paar Gläser Wein und Flugstunden später.....,

Wahrscheinlich - wir wissen es nicht und können nur raten - entstand die Idee zur Lexus-Lounge im Brüsseler Flughafen, als ein gestresster japanischer Manager auf dem Weg von der Europazentrale nach Hause mal wieder keinen Platz in einer Airline-Lounge bekommen hatte und sein Preflight-Bier irgendwo im Stehen kippen musste. Und wie das bei Ideen an der Bar so ist, erscheinen sie einem umso brillanter, je länger man drüber nachtrinkt. Und je nachdem wie hoch man in der Hierarchie angesiedelt ist, finden die Mitdenker das dann hinterher auch, ob sie wollen oder nicht. Sonst noch was? Nächste Woche wieder.

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