Ratgeber & Verkehr

Ratgeber: Camping im Winter - Die immerwährende Saison

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Viele Skifahrer parken mittlerweile ihr Ski-Hotel direkt neben der Piste Foto: Hymer

Auch in der kalten Jahreszeit kann man im Wohnmobil auf Entdeckertour gehen. Für den Camping-Spaß im Winter sind allerdings einige Vorbereitungen nötig.

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Für die meisten Outdoor-Freunde endet die Camping-Saison mit dem Herbst. Doch der anhaltende Caravan-Boom lässt zunehmend mehr Menschen den Reiz des Campens im Winter entdecken. Auf dieses besondere Vergnügen sollte man sich allerdings nicht unvorbereitet einlassen.Zum Wintercamping gehört in jedem Fall eine der Jahreszeit entsprechende technische Ausstattung. Wichtig ist bei Wohnmobilen eine kompetente Winterbereifung. Mittlerweile sind nur noch Reifen zulässig, die das sogenannte Alpine-Zeichen tragen, also das Bergsymbol mit Schneeflocke. Zudem sollten die Pneus nicht älter als sechs Jahre sein. Die vierstellige DOT-Zahl in der Flanke gibt Auskunft über Produktionswoche und Jahr. Zeigen sich Beulen oder Risse an einem Reifen, macht ihn das unbrauchbar. Gleiches gilt für zu geringes Profil, das laut Gesetzgeber mindestens 1,6 Millimeter und nach Meinung vieler Experten über 4 Millimeter stark sein muss.Vor allem wer sich mit dem Wohnmobil in die Skigebiete aufmacht, sollte zusätzlich passende Schneeketten mitführen. Auch Starthilfekabel sowie Abschleppseil sind sinnvolle Ergänzungen.Wurde ein Wohnmobil, das in aller Regel einen Dieselmotor hat, längere Zeit nicht bewegt, gilt es sicherzustellen, dass sich möglichst viel Winterdiesel im Tank befindet. Der am wenigsten kälteempfindliche Dieseltreibstoff steht ab Mitte November an den Zapfsäulen zur Verfügung. Ist man mit ,,Sommerdiesel" bei Minusgraden unterwegs, kann das zu Problemen mit dem Kraftstofffilter führen.Darüber hinaus sollten vor Fahrtantritt Heizungs- und Gasanlage einem Zustandscheck unterzogen werden. Neben der Dichtigkeit werden dabei außerdem Funktion und Füllstand der Gasflaschen geprüft. Außerdem ist die Mitnahme einer Ersatzflasche ratsam. Im Winter eignet sich Propan- statt Butangas besser, da es auch bei tiefen Temperaturen brennbar bleibt.
Bei seinen Tourenplänen sollte man die kürzeren Tageslichtphasen des Winters berücksichtigen. Idealerweise erreicht man den Ankunftsort am frühen Nachmittag, dann sind auch die Temperaturen meist erträglicher für den Aufbau von Anbauten oder Vorzelt. Letzteres eignet sich übrigens gut als Kältepuffer sowie als Abstellort für schmutzige Schuhe und feuchte Wäsche. Wer rückwärts einparkt, kann leichter herausgezogen werden, falls er einschneit.Um das geparkte Wohnmobil zu sichern, werden unter die Hubstützen große Bretter gelegt, was ein Einsinken bei Matsch und Tauwetter verhindern soll. Nach dem Aufbocken wird zudem die Handbremse gelöst, damit diese nicht festfrieren kann. Auch das idealerweise frostsichere Stromkabel sollte so verlegt werden, dass es nicht am Boden festfrieren oder von einer Schneefräse erwischt werden kann.Auf dem Campingplatz zählt die tägliche Kontrolle der Lüftungsöffnungen zu den Pflichtaufgaben. Sie müssen immer frei sein, damit die Luftzirkulation gewährleistet ist und Feuchtigkeit aus dem Innenraum entweichen kann. Dafür kann auch die Dachluke einen Spalt geöffnet werden. Schneit es kräftig, müssen Dach und Vorzelt regelmäßig vom Schnee befreit werden. Wenige Zentimeter Pulverschnee schaden allerdings nicht. Liegt der Abwassertank nicht isoliert oder ist nicht beheizt, müssen Ablaufklappe oder Ventil geöffnet und das Wasser direkt in einen Eimer geleitet werden, sonst besteht die Gefahr, dass der Tank einfriert.

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