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Markenausblick Ford - Strom muss fließen

  • In AUTO
  • 20. März 2019, 09:20 Uhr
  • Michael Specht/SP-X
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Ford beginnt die Elektrifizierung beim Mittelklassemodell Mondeo Foto: Ford

Bei der Elektrifizierung seiner Modell-Palette fährt Ford bislang der Konkurrenz hinterher. Erst ab 2021 soll es richtig losgehen. Anfang April geben die Kölner einen Ausblick in die Zukunft.

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Beim Thema Hybrid nahm Ford einmal eine Vorreiterrolle ein, zumindest unter den amerikanischen Herstellern im Heimatland. Fords Image war stets etwas grüner geprägt als jenes von GM und Chrysler. Schon 2004 schickte man das SUV Escape in elektrifizierter Version auf die Highways. Danach folgten ein paar Versuche im Limousinen-Segment (Fusion Hybrid). Doch in einem Land, in dem Benzin derart billig ist, können alternative Antriebe nicht auf fruchtbaren Boden fallen.

Nicht viel anders Fords Elektrifizierungsversuche in Deutschland. Egal, ob C-Max Energi (2014) oder Mondeo Hybrid (2014) oder gar ein vollelektrischer Focus (2013), die Nachfrage war homöopathisch. Es wundert kaum, dass die Produktstrategen in der Kölner Zentrale sich bei der Elektrifizierung eher in Zurückhaltung üben.

Doch weil Brüssel nach niedrigen CO2-Emissionen verlangt, will Ford beim Strom wieder aktiv werden - und dies global. Bis 2022 plant man die Einführung von 16 reinen Elektroautos sowie 24 Hybriden und Plug-in-Hybriden. Los geht es mit dem Mondeo Hybrid und dem Transit Custom als Plug-in. Innerhalb der Mondeo-Baureihe steckt nun auch beim Kombi (Turnier) ein klassischer Hybrid unter der Haube. Ihn zog Ford dem Mild-Hybrid auf 48-Volt-Basis vor. Diese Technik soll jedoch im April 2020 der Focus erhalten. Für das Kompaktmodell sind zwei Versionen vorgesehen, eine mit 125 und eine mit 155 PS, beide in Kombination mit dem bekannten Einliter-Dreizylinder-Turbobenziner.
Bei den Pkws wird aller Voraussicht nach im kommenden Jahr als erstes der nächste Kuga einen Plug-in-Hybrid neuer Generation erhalten. In konventioneller Bauweise feiert der Kuga in diesem Jahr seine Premiere. Die Markteinführung startet aber erst Anfang 2020.

Ebenfalls nächstes Jahr geht es los mit Fords erster Elektro-Neuschöpfung nach dem Focus Electric. Schon länger geistert ja der Name ,,Mach E" durch die Medien, in Anlehnung an den Mustang. Dahinter verbirgt sich ein batterieelektrisch angetriebenes Crossover im C-Segment. Intern spricht man vom ,,Performance Utility Vehicle". Die Reichweite soll 500 Kilometer betragen. Auf den Mach E folgen weitere BEVs (Battery Electric Vehicles), die so gut wie alle Segmente erfassen, bis hin zu leichten Transportern, die in Kooperation mit VW entstehen.

2020 soll auch der Bronco (1. Generation 1966 bis 1977) in neuer Form auferstehen. Allerdings: Freunde dieses legendären Allradlers sollten ihre Euphorie dämpfen. Man hört, dass die Ikone nicht nach Europa kommt, zumindest nicht auf offiziellem Wege. Als Trostpflaster schickt Ford noch in diesem Jahr den Explorer zu uns, positioniert oberhalb des Edge und ebenfalls rein amerikanischer Abstammung.  Wie den Edge wird es den Explorer in Europa wohl nur mit Dieselmotor geben.

Weiter unten, im B-Segment, hört ein neues Modell auf den Namen Puma. Alles schon mal dagewesen, werden Ford-Kenner sagen. Der Puma war ursprünglich ein kleines Sportcoupé, nun mutiert zu einem City-SUV. Die Basis bildet der Fiesta. Positioniert wird der Puma gegen Konkurrenten wie VW T-Cross und Renault Captur. Die Markteinführung soll noch in diesem Jahr sein.

Ecosport, Puma, Kuga, Edge und Explorer, die SUV-Offensive von Ford zwingt auf der anderen Seite zu Schnitten im Portfolio. Als erstes (noch 2019) wird der Van C-Max eingestellt. Das gleiche Schicksal trifft etwas später S-Max und Galaxy.

Schon in wenigen Monaten lässt Ford den Focus ST von der Leine. In ihm steckt der Turbo-Vierzylinder aus dem Mustang. Leo Roeks, Direktor Ford Performance, verspricht 280 PS und 420 Newtonmeter Drehmoment. ,,Der stärkste jemals gebaute ST", so Roeks. Genau diese Aussage könnte aber die Frage aufwerfen, ob Ford trotzdem noch die Hochleistungsvariante Focus RS ins Rennen schickt. Branchenkenner fürchten nein. Die Abteilung Unvernunft besetzt dieses Jahr schon der Raptor, eine Hardcore-Variante des Ranger Pickups: 213 PS, 500 Newtonmeter Drehmoment und eine Zehngangautomatik. 2021 soll dann die nächste Ranger-Generation serienreif sein.

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