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Gebrauchtwagen-Check: BMW 2er Cabrio - Der letzte seiner Art

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Das BMW 2er Cabrio ist klein, aber dynamisch Foto: BMW

Wer ein kompaktes Cabrio wollte, hatte noch vor wenigen Jahren eine Riesen-Auswahl. Heute gibt es diese fast nur noch auf dem Gebrauchtwagenmarkt - etwa in Form des offenen BMW 2er.

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Mit dem BMW 2er Cabrio verlässt bald auch das letzte Kompakt-Cabrio den deutschen Markt. Die noch vor kurzem boomende Klasse mit ihrer Kombination von Oben-ohne-Spaß und bürgerlichen Preisen wird bei den Herstellern seit einiger Zeit konsequent weggespart. Gut, dass es ein üppiges Angebot an gebrauchten Modellen gibt. Unter diesen punktet der seit 2015 gebaute Münchner mit dynamischem Hinterradantrieb und hohem Qualitätsniveau.
Karosserie und Innenraum: Dass BMWs 1er/2er-Modelle ist letzten in der Kompaktklasse sind, die noch auf Hinterradantrieb setzen, sieht man schon von außen. Die lange Haube und das zurückgesetzte Passagierabteil lassen auch das Cabrio erwachsener und dynamischer wirken als viele Wettbewerber mit Frontantrieb. Innen allerdings treten die Nachteile des Konzepts zutage - vor allem der zweisitzige Fond ist so eng, dass dort dauerhaft niemand sitzen kann. Für Gelegenheitstouren oder als Gepäckablage taugt die Sitzbank aber allemal, obwohl der Kofferraum mit 280 Litern für diese Fahrzeugklasse durchaus akzeptabel ist. Das liegt auch daran, dass statt des weit verbreiteten Stahldachs ein leichter zu verstauendes Stoffverdeck zum Einsatz kommt, das in 20 Sekunden bis Tempo 50 elektrisch öffnet und schließt. Die beheizbare Glasheckscheibe und die aufwendige Isolierung garantieren dabei uneingeschränkte Ganzjahrestauglichkeit. Dass man bei der Bedienung nicht selbst Hand anlegen muss, liegt auch an der Positionierung des 2ers im gehobenen Preisniveau - noch stärker als das Vorgängermodell, das 1er Cabrio. Entsprechend edel geht es auch im penibel verarbeiteten Cockpit zu, das zudem mit vorbildlicher Bedienung punktet.
Motoren und Antrieb: Weil der 2er in der BMW-Hierarchie deutlich über dem 1er steht, übernimmt er zwar dessen Motorenangebot, spart sich aber die Einstiegs-Triebwerke. Bei den Benzinern startet das Portfolio mit dem 100 kW/136 PS starken 1,5-Liter-Dreizylinder und reicht über diverse Vierzylinder bis zum beinahe kultisch verehrten 3,0-Liter-Reihensechszylinder, der zunächst auf 240 kW/326 PS kam, seit 2016 aber 250 kW/340 PS leistet. Wer unbedingt einen Diesel will, findet immerhin fünf Alternativen, die aus 2,0 Litern Hubraum zwischen 105 kW/143 PS und 165 kW/224 PS schöpfen. Die Selbstzünder sind durchzugsstark und sparsam, bei Cabrios traditionell aber aufgrund des speziellen Motorsounds und der eher mäßigen Kilometerleistungen zweite Wahl.
Ausstattung und Sicherheit:Trotz des hohen Preisniveaus ist das Basismodell eher mäßig ausgestattet, so dass auch sparsame Neuwagenkäufer in der Regel zum ,,Advantage"-Modell griffen. Das hat neben Klimaautomatik dann auch Tempomat und umlegbare Rücksitze an Bord. Darüber positionieren sich die Varianten ,,Sport Line" und ,,Luxury Line", die analog zur jeweiligen Bezeichnung spezielle Akzente setzen. Besonders sportlich tritt die ,,M Sport"-Linie auf, die auch für die schwachen Motoren zu haben ist. Die Sechszylinder hingegen kommen immer mit besonders üppiger Ausstattung daher. Für Sicherheit sorgen in allen Varianten vier Airbags, Assistenzsysteme gibt es für den Neuwagen vor allem im Paket. Beim Crashtest von Euro-NCAP reichte es 2004 für die Höchstwertung von fünf Sternen.
Qualität: Neben der Sicherheit ist auch die Qualität des BMW 2er auf hohem Niveau, was nicht nur sicht- und fühlbar ist, sondern sich auch im TÜV-Report niederschlägt. Dort tun sich nämlich noch keine Problemzonen auf. In Hinblick auf die Mängelanfälligkeit liegt der in Leipzig gebaute Zweitürer sogar deutlich unterm Durchschnitt. Da der kompakte BMW allerdings von vielen Nutzern tendenziell sportlicher gefahren wird, könnten, wie schon beim Vorgänger, Brems- und Fahrwerkskomponenten schneller verschleißen. Bei der Gebrauchtwagen-Besichtigung sollte zudem das eigentlich in dieser Hinsicht unauffällige Dach genau auf mechanische Funktion und abgewetzte Stellen gecheckt werden.
Fazit: Der offene Zweier dürfte ein kommender Klassiker sein. In der neuen Kompaktmodellgeneration von BMW wird es kein Cabrio mehr geben. Hinterradantrieb und Sechszylinder sind in diesem Segment eh eine Seltenheit. Schon daher lohnt sich der Kauf vor allem, aber nicht nur für Fans. Besonders preiswert ist der offene 2er aber nicht, unter 20.000 Euro gibt es nur wenig Auswahl.

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