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5x Wohnmobil-Vielfalt in allen Kategorien - Es muss nicht immer Mainstream sein

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Auf dem eng begrenzten Raum eines Campingbusses wie dem Crosscamp sind die Variationsmöglichkeiten natürlich beschränkt Foto: Crosscamp

Das Wohnangebot bei Reisemobilen ist sehr vielfältig, so dass sich der Kunde nicht immer nur am Massengeschmack orientieren muss. Das gilt für alle Fahrzeug-Gattungen vom kleinen Camper bis zum Luxusliner, wie unsere fünf Beispiele zeigen.

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Ob die Einzelbetten im Heck eines teilintegrierten Wohnmobils sind, der typische California-Grundriss im Camper oder die familienfreundliche Aufteilung für bis zu sechs Personen im Alkoven-Fahrzeug - in jeder Reisemobil-Kategorie kennt man die Vorlieben der Kundschaft, die auch mehrheitlich bedient werden. Eine oft schwer überschaubare Vielfalt an unterschiedlichen Grundrissen lässt aber auch abseits des Mainstreams noch genügend Wahlmöglichkeiten. Fünf Beispielen aus allen fünf Gattungen:

Crosscamp: Auf dem eng begrenzten Raum eines Campingbusses sind die Variationsmöglichkeiten natürlich beschränkt. Drehbare Frontsessel, Tisch, Sitzbank, Aufstelldach, Schrank und Stauraum im Heck - im Wesentlichen unterscheidet sich der Crosscamp auf Basis des Toyota Proace Verso nicht vom dominierenden Klassenbestseller VW California. In puncto Variabilität aber sehr wohl.

Der Clou dabei: Der seitliche Küchenblock mit Zweiflammenkocher, Spüle und Unterschrank, dessen Verstaumöglichkeiten durch die je 10-Liter-Frisch- und Abwasser-Kanister sowie die 2,8-Kilo-Gasflasche stark eingeschränkt sind, lässt sich komplett ausbauen. Zwei Rändelschauben rausdrehen, Elektro-Anschluss trennen, zu zweit rausheben und bei Verwendung im Freien Stromanschluss über ein Verlängerungskabel wieder anstöpseln. Fertig. Der Hobbykoch kann zur Tat schreiten. Im Alltag kann die Küche auch in der Garage bleiben.

Dieser Ausbau eröffnet zudem vielfältige Konfigurationsmöglichkeiten im Innern bis hin zum Siebensitzer mit zwei Sitzbänken und einem Einzelsitz. Bei dem manuell zu betätigenden Aufstelldach, das mit einiger Übung recht flott zu öffnen und zu schließen ist, lässt sich die Zeltwand im vorderen Bereich komplett öffnen, so dass die Dachschläfer, falls gewünscht, unter freiem Sternhimmel einschlummern können. Auch das bietet der California nicht.

Der Crosscamp ist kompakt, knapp unter fünf Meter lang und passt mit 1,99 Meter Höhe nahezu in jede Tiefgarage. Mit dem 88 kW/120 PS starken, Euro-6d-temp konformen Toyota-Diesel als Basis wird der ab 42.990 Euro angeboten.

Hymercar Free 540: Das Aufstelldach ist bei den ausgebauten Kastenwagen oder Campervans eher ein seltenes Detail, hat aber unbestreitbare Vorzüge, wie eine Tour im Hymercar Free 540 mit Obergeschoß zeigt. Wer zu zweit auf Urlaubsreise geht, vermag sich in dem 2,00 x 1,35 Meter großen Doppelbett im Dachjuchhe recht komfortabel zur Nachtruhe legen, klappt das überflüssige Querbett im Heck nach oben und gewinnt damit jede Menge Stauraum. So lassen sich selbst auf einem äußerst kompakten Längenmaß von 5,41 Metern sperrige Gegenstände leicht zugänglich transportieren. Natürlich kann die Heckkoje aber auch ihrem eigentlichen Zweck dienen, falls kleine Kinder mit an Bord gehen. Der Hymercar Free 540, der ausschließlich mit dem Fiat Ducato kombiniert und in der Basisversion mit 85 kW/115 PS angeboten wird, kostet mit Aufstelldach ab rund 45.000 Euro. Mit der Vierer-Sitzgruppe aus Halbdinette und drehbaren Frontsitzen, Küche, Kleiderschrank und Toiletten-/Duschraum ist er ein vollwertiges Reisemobil.

Bürstner Lyseo TD744: Einen tatsächlich einzigartigen Grundriss bietet Bürstner bei den teilintegrierten Fahrzeugen mit dem Lyseo TD744 an, für den der Hersteller aus Kehl mit dem europäischen Innovations-Award ausgezeichnet wurde. Auf einer stattlichen Länge von 7,49 Meter stört kein fest installiertes Bett das großzügige Raumgefühl. Stattdessen lädt im Heck eine gemütliche Lounge mit einem großen Überecksofa an Heck und Fahrerseite zum Relaxen ein. Große Fenster sorgen für ein weites Blickfeld.

Auch für entspannte TV-Abende ist die Lounge geradezu prädestiniert. Aber wo legt sich der müde Reisemobilist zur Nachtruhe? Im Hubbett natürlich. Per Knopfdruck senkt sich über der gesamten Heck-Lounge ein breites, quer liegendes  Doppelbett bis auf einen knappen Meter Höhe herab. Es wird über eine Leiter erklommen. Naturgemäß hat der hintere Schläfer dabei etwas mehr Kletterarbeit zu verrichten. Wer nicht nur in trauter Zweisamkeit unterwegs ist, kann sich ein weiteres Hubbett über der vorderen Sitzgruppe als Option bestellen. Die Preisskala für den teilintegrierten Bürstner Lyseo TD 744 auf Fiat-Ducato-Basis beginnt bei 62.990 Euro.

Eura Integra 700 HB: Integrierte Fahrzeuge bilden die mit Abstand teuerste Reisemobil-Gattung. Und wenn man, wie beim Eura Integra, die 100.000-Euro-Marke durchbricht, müssen schon komfortable Einzelbetten oder ein Queensbett an Bord sein - sollte man meinen. Es geht auch anders. Beim 7,15 Meter langen Integra 700 HB installiert der Hersteller im Heck lediglich ein Querdoppelbett, bei dem allerdings auch der hinten Liegende ohne umständliche Kletterei seinen Schlafplatz erreicht.

Die trickreiche Lösung basiert auf einem unüblicherweise vor dem Querbett angeordneten Raumbad über die gesamte Fahrzeugbreite. Das Waschbecken ist mittig vor der Wand zum Schlafabteil platziert. An dieser Wand fällt nicht nur ein riesiger Spiegel ins Auge, sie entpuppt sich auch als breite Schiebetür, die zurückgeschoben den Zugang zum Doppelbett über eine breite Treppe und einen ebensolchen Durchstieg am Fußende ermöglicht. In aufrechter Haltung, zumindest wenn das höhenverstellbare Bett in der unteren Position ist. Nachteile sind ein für diese Preisklasse - der Grundpreis des Eura Integra 700 HB mit 96 kW/130 PS starker Ducato-Basis und Alko-Tiefrahmenchassis beträgt 101.990 Euro - viel zu kleiner und zu schmaler Kleiderschrank sowie wegen des Radkastens eine hinderliche Stufe in der Duschwanne.

Knaus Live Traveller 550 HB: Dass Alkoven-Modelle nicht ausschließlich für den Großfamilieneinsatz oder Gruppenreisen konzipiert sein müssen, beweist der Live Traveller 550 von Knaus. Die kleinste Variante der Einsteiger-Baureihe gehört mit einer Gesamtlänge von 5,96 Meter zu den kürzesten Vertretern ihrer Gattung - und bietet dennoch viel Wohnkomfort mit einer Vierer-Dinette, einer Längsküche mit Dreiflammenkocher, 142-Liter-Kühlschrank, Spüle und guter Arbeitsfläche, einer Nasszelle mit Banktoilette, Dusche und schwenkbarem Waschbecken sowie einem großen Kleiderschrank und viel Stauraum.

Das geht nur, weil es Knaus bei dem 2,01x1,59 Meter großen Doppelbett im Alkoven belässt. Zwar lässt sich die Sitzgruppe bei Bedarf in eine schmale, nur für Kinder geeignete Schlafstätte für zwei umbauen und mit vier gurtgesicherten Plätzen im Wohnraum kommen im Fahrbetrieb sogar sechs Zeitgenossen unter, das ändert jedoch nichts daran, dass der auf einem Fiat Ducato aufbauende Live Traveller 550 HB hauptsächlich für allein reisende Pärchen konzipiert ist. Im Preis ab 51.990 Euro ist eine 10-jährige Dichtigkeitsgarantie für den Aufbau eingeschlossen.    

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