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,,Held der Straße" steht junger Fahrerin nach Unfall bei

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,,Held der Straße" des Monats Juni 2020: Uwe Ackstein. Foto: Auto-Medienportal.Net/Gooyear

Uwe Acksteiner aus Ratingen ist von Goodyear und vom Automobilclub von Deutschland (AvD) zum ,,Held der Straße" des Monats Juni gekürt worden. Der 60-Jährige hatte einer jungen Frau und ihrem Hund aus einem verunglückten Fahrzeug geholfen.

Der Unfall hatte sich im April zwei Stunden nach Mitternacht in Ratingen ereignet. Eine 18-jährige Autofahrerin war Richtung Stadteil Lintorf unterwegs gewesen, als ihr nach eigener Aussage auf Höhe einer Einmündung ein Fahrzeug auf der eigenen Spur entgegenkam. Dieses soll ohne Licht und mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen sein. Die erschrockene Ratingerin geriet beim Ausweichmanöver mit ihrem Auto ins Schleudern und kam nach links von der Straße ab. Im dortigen Grünstreifen prallte ihr Kleinwagen gegen dort gelagerte Baumstämme und überschlug sich.

Uwe Acksteiner befuhr zu dieser Zeit ebenfalls die Straße, weil er auf dem Weg zur Arbeit nach Velbert war. Dem Logistiker fiel zunächst Schotter auf der Fahrbahn auf. Den Unfallwagen bemerkte er erst, als er direkt an ihm vorbeifuhr. Büsche verdeckten die Sicht und obwohl das Licht des überschlagenen Autos noch eingeschaltet war, war es kaum erkennen. Auch der Polizeiwagen, der später kommen sollte, fuhr erstmal an der Stelle vorbei. Acksteiner hielt einige Meter weiter an, schaltete die Warnblinkanlage ein und wählte sofort den Notruf: ,,Ich war etwas überrascht, die Polizei wusste schon von dem Unfall. Der Herr in der Leitstelle wies mich an, mich langsam dem Fahrzeug zu nähern, welches etwas qualmte. Dort angekommen, sah ich ein Handydisplay aus dem vorderen Bereich des Wagens leuchten. Eine junge Frau telefonierte dort mit ihrer Mutter, im überschlagenen Auto saß außerdem ein Hund", erinnert sich der Ersthelfer. Die Verunglückte hatte offensichtlich schon selbst vorher einen Notruf abgesetzt. Zwar wirkte die 18-Jährige äußerlich unverletzt und außerdem sehr gefasst, aber sie konnte sich selbst nicht abschnallen.

Da die Fahrertür durch die Böschung blockiert war, kam Uwe Ackstein nicht näher an die Frau heran. Diese holte eine Nagelschere hervor, um den Gurt durchzuschneiden. Der Ersthelfer war zunächst skeptisch, doch der Polizist, der immer noch am Telefon war, sagte: ,,Machen Sie ihr Mut, sie soll das probieren. Das kann klappen!" So sprach der Logistiker der Frau gut zu und ermunterte sie, weiter zu machen. Sie schaffte es tatsächlich mit der kleinen Schere den Gurt durchzuschneiden. Der Ratinger geleitete sie und den Hund dann aus dem Auto heraus zu meinem Wagen, wo er ihr anbot, sich zu setzen. Der Ersthelfer passte auf die beiden auf, bis die Einsatzkräfte eintrafen.

Für sein Verhalten wurde Uwe Ackstein nun ausgezeichnet. Es war richtig gewesen, die Frau und den Hund vom Unfallort wegzublegleiten, denn es hätte immer noch etwas passieren können. Der Hund hätte beispielsweise auf die Straße laufen, die unter dem Eindruck des Unfalls stehende Frau gedankenlos hinterhereilen können. ,,Besonders lehrreich fand ich die Tatsache, dass man einen Sicherheitsgurt zur Not tatsächlich auch mit einer kleinen Schere durchtrennen kann", resümiert der 60-jährige Ersthelfer.

Goodyear und der AvD suchen jeden Monat selbstlose Ersthelfer. Unterstützt wird die Verkehrssichjerheitsaktion unter der Schirmherrschaft des Bundesverkehrsministeriums von der Zeitschrift ,,Trucker". (ampnet/jri)

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