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Mazda feiert 100. Geburtstag: Blick zurück nach vorn

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mid Augsburg - Mit italienischen Design-Anklängen: der elegant geformte Mazda R130 Luce von 1969. Mazda

Zurück an die Wurzeln - das ist bei runden Jubiläen fast schon ein Muss. Mazda Deutschland wählte zum 100. Geburtstag der Marke aus Hiroshima ein fahraktives Format: Ausfahrten mit historischen Modellen vom legendären Luce über den Cosmo und dem Ur-323 bis hin zu allen Generationen des Erfolgs-Roadsters MX-5. Eine Retrospektive der ganz speziellen Art.


Der Blick zurück hat oft Überraschendes zu bieten. Etwa in Form eines ganz speziellen Mazda RX-3. 95 PS soll das 1973er-Modell mit seinem Zweischeiben-Kreiskolbenmotor eigentlich liefern. Und eigentlich soll es ein Vierganggetriebe installiert haben. Stattdessen wartet der putzmuntere Oldtimer im Farbton Medium Teal Blue mit fünf Gängen auf, legt beim Druck aufs Gaspedal los wie ein echter Rennwagen und liefert einen Sound, der Fans historischer Fahrzeuge eine Ganzkörper-Gänsehaut beschert.

Des Rätsels Lösung: Dem historischen Fahrzeug wurde die Antriebstechnik des Mazda RX7 eingepflanzt, hier in der Version mit 110 HP (Horsepower), was ganz exakt 111,526 PS entspricht. Die haben bei der Zeitreise des Motor-Informations-Dienstes (mid) mit den nur 884 Kilo des Sportcoupes keinerlei Probleme und sorgen für reichlich dynamische Gefühle hinterm dünnen Lenkrad.

Zurück an die Wurzeln - das ist bei runden Jubiläen fast schon ein Muss. Mazda Deutschland wählte zum 100. Geburtstag der Marke aus Hiroshima ein fahraktives Format: Ausfahrten mit historischen Modellen vom legendären Luce über den Cosmo und dem Ur-323 bis hin zu allen Generationen des Erfolgs-Roadsters MX-5. Eine Retrospektive der ganz speziellen Art.

Was auf den ersten Blick auf den Fuhrpark klar wird: Mazda hatte immer ein Faible für außergewöhnliche technische Lösungen. Und eines für Autos, die ihren Besitzern kaum Sorgen machen. Rasante Sportmaschinen und brave Alltagsgefährte mit reichlich Platz und guter Ausstattung stehen Seite an Seite. Die Kreiskolben-Technik bescherte dem Hersteller aus Nippon jede Menge Rekorde. Und gerade jetzt schlägt Mazda eine Brücke zu seiner Historie: Die Erfindung von Felix Wankel wird 2021 im ersten E-Auto der Marke, dem RX-30, als Reichweitenverlängerer erneut zum Einsatz kommen. Der Wankel lebt.

Mazda geht gerne einen eigenen Weg - auch diese Tatsache zieht sich durch 100 Jahre Firmengeschichte. Los ging es zwar nicht automobil, sondern unter dem Namen Toyo Cork Kogyo Co. Ltd. als Hersteller von Kork-Ersatzstoffen. Aber mit dem Mazda-Go, einem Lasten-Dreirad, startete ab 1930 der Weg in Richtung Mobilität, der nach dem Zweiten Weltkrieg so richtig Fahrt aufnahm.

1961 unterzeichnete Mazda einen Lizenzvertrag mit NSU zur Produktion des kompakten und leichtgewichtigen Kreiskolben-Motors. Schon im Mai 1967 ging der futuristisch designte Mazda Cosmo Sport 110 S als weltweit erstes Serienfahrzeug mit Zwei-Scheiben-Kreiskolben-Motor an den Start. Und Mazda schaffte es, mehr als eine Million Fahrzeuge mit Wankelmotor zu verkaufen, darunter legendäre Modelle wie die Sportwagen RX-7 und RX-8.

1972 ging Mazda Deutschland an den Start. Mit Modellen wie dem kompakten 323, Vorgänger des heutigen Mazda3, dem Mittelklasse-Bestseller 626 und den flinken Sportwagen mit Kreiskolben-Motoren verschaffte sich die Marke schnell einen treuen Kundenstamm.

Der 1989 vorgestellte Kult-Roadster MX-5 sorgte für eine neue Nuance in der Wahrnehmung des Herstellers. Und mit dem aktuellen Kodo-Design und der effizienten Skyactive-Technologie, zuletzt repräsentiert durch den Skyactive-X-Motor mit Eigenschaften von Benzin- und Dieselmotor, katapultierte sich Mazda auch optisch und technologisch weit nach vorne.

Das soll so weitergehen, natürlich mit einer intensiven Elektrifizierung der Antriebspalette, mit einer neuen, großen Plattform, vor allem für weitere SUV-Modelle und mit einer neuen Generation von großvolumigen Benzin- und Dieselmotoren. Mazda hat auch im biblischen Alter von 100 Jahren noch viel vor.

Rudolf Huber / mid

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