Korrosion

Rost bleibt Thema beim Auto

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  • 11. Oktober 2022, 13:36 Uhr
  • Lars Wallerang
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mid Groß-Gerau - Alarmstufe Rost: Korrosion ist der Dauerbrenner bei der Autowartung. Streusalz, Feuchtigkeit und Schmutz sind eine fatale Mischung und setzen Autos vor allem im Winter zu. GTÜ

Streusalz, Feuchtigkeit und Schmutz sind eine fatale Mischung und setzen Autos im Winter zu. Sie führen zu Korrosion, ein Problem, das nach wie vor ein Thema ist.


Streusalz, Feuchtigkeit und Schmutz sind eine fatale Mischung und setzen Autos vor allem im Winter zu. Sie führen zu Korrosion, ein Problem, das nach wie vor ein Thema ist, wobei sich die Situation im Vergleich zu früher grundsätzlich deutlich gebessert haben soll, teilt die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) mit.

Die Prüforganisation empfiehlt, der Korrosion vorzubeugen, indem Autofahrer vor allem im Winter kritische Stellen am Fahrzeug im Auge behalten und bei Bedarf handeln. Das gelte auch für moderne Elektroautos. Laut dem Fachmagazin "auto motor und sport", Kooperationspartner der GTÜ, setzen manche Autohersteller nicht mehr auf die Vollverzinkung der Karosserie, denn eine Teilverzinkung spart Kosten. Auch die werksseitige Tauchgrundierung fällt offenbar in einigen Fällen weniger gründlich aus als in den vergangenen Jahren.

Vor rund vier Jahrzehnten hat die Automobilindustrie begonnen, sich intensiv um die Rostvorsorge zu kümmern. Dies mit großem Erfolg: Die Zahl der Hauptuntersuchungen, die wegen gravierender Rostschäden das Ende vieler Automobile bedeutete, ging seither deutlich zurück. Effektive Kämpfer gegen Rost sind Kunststoffbeschichtungen, kathodische Tauchlackierung (KTL), Verzinkung, Radhausschalen aus Kunststoff und gründliches Abdichten.

Marco Oehler, Technischer Leiter der GTÜ, bezieht Stellung zum Thema Rost: "Es muss unterschieden werden zwischen Korrosionsschäden, die einen direkten Einfluss auf die Funktion eines betroffenen Bauteils haben, und Anrostungen an einzelnen Haltern und Trägern, auch Flugrost genannt, der im Wesentlichen eher die Optik beeinträchtigt."

Anrostungen bilden sich schnell an Teilen aus niedriglegierten Stählen wie etwa Halteschellen, Clips und Schrauben sowie an Gussteilen, zum Beispiel Achsschwingen oder Motorlagern. "Klassische Korrosionsschäden, also Durchrostungen, treten vor allem an Bauteilen auf, die permanentem Spritzwasser ausgesetzt, das zudem dort vielleicht nicht optimal abgeleitet wird", sagt Marco Oehler.

Wasserstaus in Wasserableitungen fördern Rost, doch zumindest einige lassen sich verhindern. Etwa unter der Motorhaube, wo sich Blätter sammeln können. In erster Linie dann, wenn der Wagen unter Laubbäumen abgestellt wird. Deswegen sollten Vegetabilien regelmäßig entfernt werden. Dazu ist es ratsam, die Ablaufkanäle und zudem Ritzen und Kanten regelmäßig freizusaugen. Auch unter Türgummis lagern sich Salz oder Schmutz ab. Eine Reinigung mit Wasser und Spülmittel entfernt sie und schützt das Gummi.

Wie jüngste Erfahrungen zeigen, ist Rost selbst bei modernen Autos nicht ausgemerzt. "Bei Elektrofahrzeugen spielt im Zuge der Reichweitenvergrößerung das Thema Leichtbau eine große Rolle", erklärt Oehler. Gewicht lässt sich mit einem höheren Einsatz von Leichtmetallen wie etwa Aluminium einsparen. "Diese stellen jedoch ebenfalls eine Herausforderung bezüglich der Korrosion dar, weil sie nicht nur vor Eigenkorrosion geschützt werden müssen, sondern zudem galvanische Korrosion verursachen können, sobald sie auf ein anderes Material mit höherem negativen Elektronenpotential treffen." Rost bleibt also auch zukünftig ein Automobilthema.

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