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Fahrbericht: Peugeot 3008 - Geschärfte Optik, neue Antriebe

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Peugeot hat sein Kompakt-SUV 3008 neu aufgelegt Foto: Peugeot

Die neue Elektro-Plattform des Peugeot 3008 ermöglicht Verbrenner sowie E-Antriebe mit bis zu 700 Kilometern Reichweite. Auf die Long-Range-Version müssen Käufer allerdings noch etwas warten.

Nein, der neue Peugeot 3008 sei weder SUV noch SUV-Coupé. Da lässt Produktmanager Gatean Demoulin keine Diskussion zu. Da sich das Dach des Wagens erst hinter den Fondtüren absenkt, spricht Peugeot von einem SUV-Fastback. Ok, wieder etwas gelernt, und eine neue Fahrzeuggattung, die wir kennen müssen.

Trotzdem unterscheidet sich der neue 3008 auf den ersten Blick kaum vom wuchtigeren Vorgänger. Geblieben ist beispielsweise die charakteristische Lichtsignatur mit den drei Krallen vorne und hinten. Im Detail ist die Handschrift des neuen Designers Mathias Hossann aber doch sichtbar. Neue Front mit markantem Löwen-Logo, schmalere Pixel-LED-Scheinwerfer und hinten ein kantiges Heck. Dass die Karosserie 9 Zentimeter länger wurde und sich nun auf 4,54 Meter streckt, hat Hossann geschickt kaschiert.

Der 3008 baut als erstes Modell auf der mittleren der drei neuen Elektroplattformen von Stellantis auf. Bereits seit November ist der 3008 in zwei Versionen bestellbar: Für 39.250 Euro als 136 PS starken Mildhybriden mit 48-Volt-System. Außerdem als 48.650 Euro teurer E-3008 mit 213 PS Leistung und 73 kWh großem Akku. Inklusive Wärmepumpe und der optionalen Möglichkeit, mit 22 KW an AC-Säulen zu laden.

Die STLA-Plattform ist variabel und modular aufgebaut. Peugeot nutzt sie in der kleinsten Version für den 3008, aber auch für den deutlich größeren 5008, der zum Jahresende auf den Markt kommt.

Was aber bedeutet modular? Zum einen, dass sich ohne viel Aufwand ein Allradantrieb mit einem zweiten E-Motor im Heck realisieren lässt. Diese 320 PS starke Variante mit 73-kWh-Akku will man Ende des Jahres nachschieben.

Zum anderen können im Batteriekäfig unter den Füßen der Passagiere unterschiedliche Batteriegrößen verwendet werden. Diese Option ziehen die Franzosen ebenfalls Ende 2024, wenn ihre neue Akkufabrik in Betrieb geht. Dann bekommt der 3008 eine 98-kWh-Batterie, die für 700 Kilometer Reichweite gut sein soll. Dort sind dann etwas höhere Akkupacks montiert, die mehr Energie speichern. Dafür wird in diesem 230 PS starken Long-Range-Modell der Unterboden etwas abgesenkt und die Bodenfreiheit sinkt minimal.

Die Passagiere spüren davon nichts. Sie haben in allen Versionen gleich viel Platz. Das unterscheidet den Peugeot von vielen anderen E-Autos, wo die Ingenieure zusätzliche Akkus unter die Rückbank oder unter den Kofferraum platzieren müssen.

Als erster Peugeot bekommt der 3008 das neue i-Cockpit mit 53 Zentimeter breitem, gebogenem Bildschirm. Links auf dem Display laufen die fahrrelevanten Anzeigen, rechts im Touchbereich alles rund Klima, Musik und Fahrzeugeinstellung. Darunter sitzen die von anderen Modellen bekannten Kacheln. Sie lassen sich frei belegen und bieten so direkten Zugriff auf die jeweiligen Menüpunkte. Das scheinbar schwebende i-Cockpit ist Serie in der GT-Version. Im Basismodell besteht das Cockpit aus zwei zehn Zoll großen, in einem Display zusammengeführten Einzelbildschirmen.

Fahrer und Beifahrer werden durch eine etwas wuchtige Mittelkonsole mit Cupholdern, Kühlfach sowie weiteren Bedienelementen getrennt. Zur Beifahrerseite hin öffnet sich die Konsole asymmetrisch. Um Platz für ein zweites Fach zu schaffen, ist der Automatikhebel nun nach oben ins Armaturenbrett neben den Startknopf gewandert. Das wie üblich kleine Lenkrad und tief unten platzierte Lenkrad trägt nun wieder Tasten, die man fest drücken muss. Dahinter sitzen die Schaltwippen für die dreistufige Rekuperation.

Vor dem Beifahrer und bis in die Türen zieht sich eine in acht Farben beleuchtbare Aluminiumleiste. Auf den ersten Blick ist die Lichtleiste ein Hit. Dumm nur, dass sich die Farbpunkte stark in den Scheiben spiegeln und den Fahrer irritiert.

Ansonsten hält der Innenraum keine größeren Überraschungen parat: bequeme Sitze, im GT-Modell mit ausgeprägten Seitenwangen, die üblichen USB-Anschlüsse auf allen Plätzen, eine geteilt klappbare Rückbank und ein vernünftig großer Kofferraum auf dem Niveau des Vorgängers mit 520 Litern Volumen.

Vorne fühlt man sich wegen der breiten Konsole nicht ganz so  luftig aufgehoben wie beispielsweise im neuen Renault Scenic E-Tech. Und auch auf der Rückbank bietet der 3008 nicht die Beinfreiheit, die man angesichts des Längenwachstums erwarten würde. Über den Köpfen bleibt aber genügend Luft. Und da die Fondtüren genauso groß wie bei einem SUV sind - Stichwort: Fastback - fühlen sich auch große Mitfahrer hinten nicht beengt und können aus den Fenstern schauen, ohne den Kopf einziehen zu müssen.

Bei der Ausstattung macht es Peugeot den Kunden leicht: Es gibt Allure und die rund 4.500 Euro teurere Version GT. Der Aufpreis lohnt sich, den der GT bringt neben optischen Gimmicks auch sinnvolle Technik wie die elektrische Heckklappe, Pixellicht oder Navigation mit Echtzeit-Verkehrsdaten. Die restlichen Optionen sind in Paketen gebündelt. In einen wohnlich eingerichteten E-3008 samt Panoramaglasdach muss man gut 55.000 Euro investieren. Mit klimatisierten Ledersitzen samt Massagefunktion kommen nochmals 3.050 Euro hinzu.

Die erste Ausfahrt mit dem E-3008 GT birgt keine Überraschungen. Der 3008 beschleunigt E-Auto-typisch flott, ohne es zu übertreiben. Bei 170 km/h ist dann Schluss. Auch die Abstimmung des Fahrwerks passt: straff, aber trotz der 20-Zöller noch kommod. Nur die zu leichtgängige Lenkung wirkt etwas befremdlich.



Peugeot 3008 - Technische Daten:

Fünftüriger SUV-Fastback der Kompaktklasse; Länge: 4,54 Meter, Breite: 1,89 Meter (mit Außenspiegel: 2,10 Meter), Höhe: 1,89 Meter, Radstand: 2,74 Meter, Kofferraumvolumen: 520 - 1.480 Liter

1.2 Hybrid: 1,2-Liter-Dreizylinder-Turbobenziner mit 48-Volt-Technik; 100 kW/136 PS plus Elektromotor mit 15,6 kW/21 PS. Maximales Drehmoment: 230 Nm bei 1.750 U/min, 0-100 km/h: 10,2 s, Vmax: 201 km/h, Frontantrieb, 6-Gang-Doppelkupplungsautomatik, Normverbrauch: 5,5 - 5,7 Liter/100 km, CO2-Ausstoß: 124 - 129 g/km, Abgasnorm: Euro 6d
Preis: ab 39.250 Euro (Allure; GT: 43.750 Euro)

E-3008: Ein Elektromotor vorne, 157 kW/213 PS, maximales Drehmoment: 345 Newtonmeter. Batterie: Lithium-Ionen mit Wärmepumpe, nutzbare Kapazität 73 kWh, max. Ladeleistung 11/22 kW (AC)/160 kW (DC).
0-100 km/h: 8,8 s, Vmax: 170 km/h, Vorderradantrieb, Normverbrauch: 16,8 - 17,7 kWh/100 Kilometer, Reichweite: 502 - 524 km
Preis: 48.650 Euro (Allure; GT: 53.450 Euro)



Peugeot 3008 - Kurzcharakteristik:

Warum: Modernes Cockpit, sparsamer E-Antrieb, E-Antrieb mit hoher Reichweite (ab 2025)

Warum nicht: Eng geschnitten, synthetisches Lenkgefühl

Was sonst: Renault Scenic E-Tech, Nissan Ariya, VW ID.4

Wann kommt er: Bestellbar sofort, Allrad- und Long-Range-Versionen ab 2025

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