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Gebrauchtwagen-Check: Fiat Panda - Stadt, Land, Fluss

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Den Fiat Panda gibt es auch als geländegängigen "Cross" Foto: Fiat

Der Fiat Panda ist seit ,,Tolle Kiste''-Zeiten ein echter Sympathieträger. Als besonders langlebig galt er allerdings bislang nicht. Mit dem aktuellen Modell scheint sich das zu ändern.

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Klein, aber geräumig zählt der Fiat Panda zu den praktischsten Cityflitzern überhaupt. Der schmal gebaute Italiener kann in der dritten Generation (seit 2012) aber noch mehr: Als einer der wenigen Vertreter seiner Klasse schlägt er sich dank Allradantrieb auch im Gelände passabel. Und selbst beim TÜV schneidet er ordentlich ab - zumindest bislang.

Karosserie und Innenraum: Nur 1,65 Meter breit, dafür 1,55 Meter hoch - die ungewöhnlichen Proportionen machen den Panda nicht gerade zu einer Schönheit. Dafür sorgen sie für ein überdurchschnittliches Platzangebot auf kleinem Raum. Die vier bis fünf (je nach Ausstattung) Insassen sitzen recht aufrecht, fühlen sich aber nie beengt. Auch der Einstieg gelingt dank großer Türen selbst im Fond leicht. Das Ladeabteil ist mit 225 bis 870 Litern für einen kaum 3,70 Meter langen Kleinstwagen sehr ordentlich. Im Cockpit dominiert wuchtiges Hartplastik, je nach Ausstattungslinie sorgen aber zumindest frische Farbkombinationen für ein unterm Strich angenehmes Ambiente. Neben dem Standardmodell gibt es den Panda auch noch in zwei Crossover-Varianten mit erhöhter Bodenfreiheit und Anbauteilen in modischer SUV-Optik. Die Allradausführung firmiert unter ,,Cross", die mit reinem Frontantrieb unter ,,Trekking".

Motoren und Antrieb: Alleinstellungsmerkmal des Panda ist sein Allradantrieb, den in dieser Preis- und Größenklasse sonst höchstens Mini-Geländewagen wie der Suzuki Jimny bieten. Auf dem steilen Schotterweg zum Ferienhaus in der Toskana oder dem Waldweg zum eigenen Hochsitz ist der schmale Panda konkurrenzlos gut. Zu haben ist die Traktionstechnik in Verbindung mit dem 55 kW/75 PS (seit 2015: 70 kW/95 PS) starken 1,3-Liter-Diesel sowie dem 0,9-Liter-Turbobenziner mit 63 kW/85 PS. Im Alltag auf der Straße bringt der technisch relativ simple, manuell zuschaltbare Allradantrieb aber keine Vorteile, so dass sich beide Motorversionen für die meisten Kunden wohl eher in der Kombination mit Frontantrieb lohnen. Für Gebrauchtwagenkäufer mit kleinem Budget gibt es außerdem noch einen etwas ältlichen 1,2-Liter-Benziner mit Zweiventil-Technik, der auf 51 kW/69 PS kommt, außerhalb des Stadtverkehrs aber schnell zum Verkehrshindernis wird. Besonders umweltfreundlich ist man mit dem Erdgasantrieb auf Basis des 0,9-Liter-Benziners unterwegs; finanziell lohnen dürfte sich dieser aber nur für absolute Vielfahrer.

Ausstattung und Sicherheit: Um den Neupreis des Panda unter die 10.000-Euro-Marke zu drücken hat Fiat bei der Ausstattung des Basismodells kräftig gespart. Bei Produktionsstart gab es an Ausstattung nicht viel mehr als Servolenkung und Zentralverriegelung, seit einiger Zeit ist auch die Klimaanlage Serie. Allgemein verlangen die unteren Ausstattungslinien zahlreiche Zugeständnisse an Auftritt und Komfort, hübsch und praktisch wird der kleine Italiener erst ab dem Niveau ,,Lounge". Einige praktische Extras sind aber auch dort nicht Standard, etwa eine geteilt umlegbare Rückbank, ein dritter Fondsitz oder die klappbare Beifahrersitzlehne. Auch die Sicherheitsausstattung zeigt Lücken. Den Schleuderschutz ESP gab es zunächst nur gegen Aufpreis, bei der Zahl der Airbags muss man sich bis heute mit vier begnügen. Dafür hatte der kleine Fiat als eines der ersten Modelle seiner Klasse ein City-Notbremssystem auf der Optionsliste. Beim EuroNCAP-Crahstest reichte es 2011 immerhin für vier von fünf Sternen.

Qualität: Zählte der alte Panda (2003 bis 2012) bei der Hauptuntersuchung eher zu den Mängelriesen, schlägt sich das neue Modell bislang sehr ordentlich. Lediglich bei der AU sind regelmäßig Nachprüfungen nötig. Bislang fußt die Statistik des TÜV Report aber nur auf Daten aus der Dreijahres-Untersuchung nach der ersten Neuzulassung. Die Technik des dritten Panda entspricht aber in großen Teilen der des zweiten Modells sowie den Markenbrüdern Fiat 500 und Lancia Ypsilon; alle drei würde man wohl nicht als Muster für Top-Qualität heranziehen. Ob der Panda seine gute HU-Bilanz halten kann, werden daher wohl erst die kommenden Jahre zeigen. Darüber hinaus hat der Fiat offenbar aber jetzt schon Probleme mit der Elektrik - laut ADAC treten häufiger Startschwierigkeiten wegen leerer Batterien auf als beim Vorgänger.

Fazit: Der Fiat Panda zählt zu den praktischsten Familien-Kleinstwagen für die Stadt. Sowohl Fond als auch Kofferraum sind auch für Eltern sinnvoll nutzbar. Technisch schlägt er sich bislang auch ordentlich. Und die Preise sind günstig, starten schon bei knapp 6.000 Euro. Allerdings sollte man bedenken: Fiat gibt regelmäßig hohe Rabatte auf fabrikneue Panda-Modelle, durchaus auch auf solche mit ordentlicher Ausstattung. In einigen Fällen könnte das die günstigere und bessere Wahl sein.

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