Luftfahrt

ADAC-Luftrettung fliegt mehr als 49.000 Einsätze

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ADAC-Rettungshubschrauber im Einsatz. Photo: ADAC via Autoren-Union Mobilität

Die Luftrettung des ADAC hat im vergangenen Jahr 49.048 Einsätze gehabt. Das sind knapp 2300 Notfälle (minus 4,5 Prozent) weniger als 2023, im Durchschnitt aber immer noch jeden Tag fast 135 Alarmierungen. Haupteinsatzgrund waren mit 31 Prozent Verletzungen nach Unfällen. Dazu gehören Freizeit-, Sport-, Arbeits-, Schul- und Verkehrsunfälle. Dahinter folgen mit 26 Prozent Notfälle des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzinfarkte und Herzrhythmusstörungen. In 13 Prozent der Fälle diagnostizierten die Lebensretter aus der Luft neurologische Notfälle wie zum Beispiel einen Schlaganfall. Bei sieben Prozent war ein Notfall des Atmungssystems wie akute Atemnot oder Asthma die Ursache. Unter den Patienten waren mit 59 Prozent mehr Männer. Bei fast jedem zehnten Patienten handelte es sich um Kinder oder Jugendliche.

Als Gründe für den Rückgang der Einsätze sieht die ADAC Luftrettung neben normalen Einsatzschwankungen und wetterbedingten Flugausfällen die erweiterten Befugnisse für Notfallsanitäter sowie den zunehmenden Einsatz von Telenotärzten. Die Zahl der Fälle, in denen ein Notarzt vor Ort erforderlich ist, habe sich dadurch verringert.



Die meisten Flüge absolvierten die gelben Engel der Lüfte 2024 in Bayern mit 12.015 (Vorjahr 12.998). Dort befinden sich auch die meisten Stationen. Dahinter folgen Rheinland-Pfalz mit 7907 (8761), Nordrhein-Westfalen mit 5603 (5796) und Niedersachsen mit 5394 (5705). Bei Städten mit den meisten Alarmierungen unter den 38 Stationen liegen die ADAC Rettungshubschrauber „Christoph 31“ in Berlin (2070), „Christoph 15“ in Straubing (1814) und „Christoph 18“ in Ochsenfurt (1795) auf den vorderen Plätzen. Der 2024 neu in Itzehoe in Schleswig-Holstein stationierte „Christoph 67“ flog im ersten Halbjahr bereits 548 Einsätze.



Auf hohem Niveau eingependelt haben sich Spezialeinsätze mit Rettungswinde. Die Crews der sechs Windenstationen in München, Murnau, Straubing (alle Bayern), Sande (Niedersachsen), Westpfalz (Rheinland-Pfalz) und Hamburg flogen insgesamt 552 Windeneinsätze (Vorjahr 546). Die Winde mit 90 Meter Länge und einer Traglast von rund 250 Kilogramm ermöglicht an schwer erreichbaren Einsatzorten eine erheblich schnellere Versorgung und Rettung von Patienten. Die Windenhubschrauber stehen zudem in Katastrophenfällen zur Rettung von Menschen in Notsituationen zur Verfügung. Dies zeigte sich erneut beim jüngsten Hochwasser in Süddeutschland.



Der ADAC setzt in der Luftrettung je nach Region und Anforderung die Airbus-Hubschrauber H 135 und H 145 ein. In der Regel besteht das Team einer Station aus drei Piloten, fünf Notfallsanitätern und 15 Notärzten. Insgesamt arbeiten bundesweit rund 180 Piloten, 645 Notärzte und etwa 230 Notfallsanitäter sowie mehr als 200 Techniker und Wartungsspezialisten für die ADAC-Luftrettung. Die Station „Christophorus Europa 3“ in Suben, Österreich, wird gemeinsam mit dem ÖAMTC Christophorus Flugrettungsverein, Wien, betrieben. Die ADAC Luftrettung fliegt mit Hubschrauber und Piloten hier im Winterhalbjahr – im Sommer der ÖAMTC. (aum)

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