In Deutschland hat die Hauptreisezeit begonnen. Europaweit fahren wohl die meisten Familien mit dem Auto in den Urlaub. Um sich unterwegs oder am Zielort unnötigen Ärger oder Stress zu ersparen, empfiehlt der Automobilclub von Deutschland (AvD) vor der Fahrt einen Fahrzeugcheck. Das gilt recht für Wohnmobile, den Caravan oder Anhänger, die nicht regelmäßig genutzt werden.
Zu allererst sollten grundsätzlich Reifen, Bremsen und Stoßdämpfer auf ihre Funktionstüchtigkeit überprüft werden. Reifen sollten eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern haben (auch wenn gesetzlich nur mindestens 1,6 Millimeter vorgeschrieben sind) und der Luftdruck sollte für die Fahrt mit voller Beladung angepasst werden.
Der AvD rät, bei jedem Auto regelmäßig die Füllstände von Kühl- und Wischwasser sowie die Bremsflüssigkeit und das Motor- und Getriebeöl zu kontrollieren und gegebenenfalls aufzufüllen. Auch der Ladezustand der Batterie und die Beleuchtung sollten überprüft werden. Hilfreich kann auch ein kurzer Urlaubscheck sein, wie ihn viele Hersteller und Kfz-Werkstätten anbieten.
Sinnvoll ist es, die Reiseroute in Reihe von zu Hause aus zu planen. Bei der Streckenführung sollten eventuell zu beachtende Tempolimits und Durchfahrtsbeschränkungen, Mautabschnitte und Tankmöglichkeiten mit einbezogen werden. Um Zeitaufwand und mögliche Aufregung zu minimieren, sollten Vignetten und auch elektronische Mautboxen für verschiedene europäische Länder vorher beschafft werden. Zu beachten ist, dass Tarife der Autobahngebühren etwa für Gespanne oder Reisemobile höher als die für Pkw sind.
Wer mit einer Fährverbindung oder einer Eisenbahnverladung sein Ziel erreichen will, muss mit Vorlauf die entsprechenden Plätze für sein Gefährt und die Mitreisenden buchen. Andernfalls sind gerade in der Hochsaison böse Überraschungen zu erwarten. Der frühzeitige Ticketerwerb bietet zudem meist vergünstigte Tarife. Diese Vorausschau empfiehlt sich auch für die Reservierung von Zimmern oder Stellplätzen zum Übernachten bei mehrtägigen Anfahrten in die Urlaubsländer.
Gepäck gehört sicher verstaut. Grundsätzlich gilt: Schwere Gegenstände möglichst weit unten und so nah wie möglich an der Rücksitzbank verstauen. Zudem sollte überlegt werden, was wirklich mit? Das spart Platz und Gewicht, das auch zu Lasten des Kraftstoffverbrauchs geht. Wer zum Strandurlaub in der Ferienwohnung fährt, muss nicht die große Abendgarderobe in den Koffer legen.
Das Gepäck sicher verstauen
Reicht der Kofferraum dennoch nicht aus, empfiehlt der AvD die Montage einer Dachbox. Dabei sind neben der maximalen Zuladung der Box auch die zulässige Dachlast des Autos, also das Gewicht von beladener Dachbox und Trägern, zu beachten. Beide Grenzwerte dürfen nicht überschritten werden. Weniger hilft auch hier, nicht nur Gewicht zu sparen, sondern auch den Verbrauch zu senken. Zudem verlagert jedes Kilo Gewicht auf dem Dach den Fahrzeug-Schwerpunkt nach oben und verschlechtert spürbar das Fahrverhalten des Autos.
Schon aus Sicherheitsgründen sollte der Fahrgastraum frei von Koffern, Taschen und anderen Teilen sein. Das hilft erhöht nicht nur den Komfort an Bord, sondern reduziert auch die Gefahr, dass schwere Stücke bei starkem Bremsen zur Verletzungsgefahr werden. Im Kofferraum von Schrägheck- und Kombi-Modellen sollte aus diesem Grund auch nach Möglichkeit das Abdeckrollo zugezogen werden. Außerdem kann dann niemand sehen, was transportiert wird. Ist eine Abdeckung nicht möglich, die Insassen durch Netze oder Spanngurte schützen.
Zum Ferienstart sind die Fernstraßen besonders voll. Wem es möglich ist, sollte antizyklisch losfahren. Das hat den Vorteil, dass die erste Reisewelle schon vorbei ist. Unterwegs sind die Navigation mit dynamischen Verkehrsinformationen sowie der klassische Verkehrsfunk die besten Lösungen, um von eventuell auftretenden Staus frühzeitig Kenntnis zu erhalten und diese, wenn nötig, zu umfahren. Bei Umleitungen kann trotz Navi auch auf entsprechende „U“-Ausschilderung und blaue Autobahnhinweisschilder geachtet werden.
Ein weiterer Tipp des Automobilclubs von Deutschland: Für den weiträumigen Überblick über größere Streckenabschnitte leisten immer noch gedruckte Straßenatlanten gute Dienste. Alternative Ausweichrouten werden auf einen Blick erkennbar und können zum Beispiel durch Navi-Eingabe von Zwischenzielen schnell ermittelt werden.
Regelmäßig Pausen einlegen
Beim längeren Reisen sollten unbedingt regelmäßige Pausen eingeplant werden, am besten spätestens alle zwei Stunden. Dabei sollte man das Auto verlassen und sich ein wenig bewegen. In der Ferienzeit sind die Stellplätze an Raststätten entlang der Autobahn oft ausgelastet. Deshalb sollte vorher nach Alternativen Ausschau gehalten werden. Die Abfahrt von der direkten Route kann mit einem Tankstopp verbunden werden. Zudem sind die Kraftstoffpreise dort deutlich günstiger als direkt an der Autobahn.
Das Auto sollte während der Rast möglichst im Schatten abgestellt werden. Ist dies nicht möglich, können Abdeckfolien für die Scheiben, Rollos oder Handtücher helfen, den Innenraum zu verschatten. Wenn möglich, kann auch die Klimaanlage weiterlaufen. Ein Fahrzeug kann sich in der Sonne sehr schnell aufheizen. Gerade für Kinder und Haustiere kann es dann schnell gefährlich werden. Sie sollten daher nie alleine im Auto gelassen. Das gilt auch selbst bei kurzen Fahrtunterbrechungen
Für das entspannte Reisen über größere Distanzen ist eine gute Verpflegung wichtig. Es bieten sich Obst und Gemüse sowie ungesüßte Getränke an. Für den Verzehr sollten Fahrer lieber eine Pause mehr einplanen, um gefährliche Situationen am Steuer oder gar unschöne Folgen für Kleidung und Polster zu vermeiden.
Sind Kinder mit an Bord, können Ratespiele oder Hörbücher die Fahrzeit gefühlt verkürzen. Regelmäßige Pausen sind auch hier zur Entspannung dringend empfohlen. Bewegung an der frischen Luft hilft zudem gegen mögliche Übelkeit und Kopfschmerzen. Für den Notfall gibt es in Apotheken beispielsweise auch Kaugummis gegen Unwohlsein mitnehmen. Und natürlich gehören Kinder vorschriftsmäßig gesichert.
Last, but not least rät der AvD grundsätzlich zu Gelassenheit und Rücksicht auf andere Verkehrsteilnehmer. Wer entspannt und vorausschauend fährt und nicht immer unbedingt auf sein Recht beharrt, der erspart sich und anderen Stress und Ärger. Auch das trägt zur Erholung bei. (aum)

