Gerade einmal knapp 200 Elektromotorräder mit über 11 kW Leistung sind in den ersten fünf Monaten in Deutschland neu zugelassen worden. Dennoch schickt sich ein weiterer Hersteller an, Marktführer Zero Konkurrenz zu machen. Die kanadische Marke Can-Am, bislang vor allem für Schneemobile, ATV und ihre Dreiräder bekannt, schickt eine komplette Neuentwicklung auf die Straße. Die Pulse (und ihre Enduro-Schwester Origin) leistet 35 kW (48 PS) und wird von einem ebenfalls neu entwickelten Rotax-Motor angetrieben.
Vehement beschleunigt die Can-Am Pulse unter optimalen Bedingungen in 3,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Bei 127 km/h setzt die Leistungselektronik weiterem Vortrieb zugunsten des Energieverbrauchs ein Ende. Ohnehin ist der Akku mit einer Kapazität von 8,9 kWh recht knapp bemessen. Das reicht für eine Normreichweite von 130 Kilometern (bei der Origin sind es noch einmal 15 Kilometer weniger). Immerhin erweist sich diese Angabe in der Praxis nicht als Fantasiewert. Und Can-Am sieht die Pulse ohnehin am liebsten in der Hand „smarter Pendler und urbaner Entdecker“ (O-Ton). Immerhin ist die Batterie in gut zwei Stunden wieder voll.
Die Pulse offeriert vier ausreichend von einander abgegrenzte Fahrmodi, ein riesiges konnektivitätsfähiges 10,25-Zoll-Display und ein besonderes Rekuperationssytem. Mittels Drehen des Fahrgriffs über die Nullstellung hinaus nach vorne wird die „aktive Regeneration“ genutzt, die es ermöglicht, das Motorrad am rechten Lenkerende nicht nur zur beschleunigen, sondern auch wieder abzubremsen. Das sorgt für ein dato unbekanntes und gleichermaßen faszinierendes Fahrgefühl.
Neben der beschränkten Reichweite kränkeln E-Motorräder immer noch am Preis. 15.899 Euro ruft Can-Am für die Pulse auf, die es auch als Leichtkraftrad mit elf kW (15 PS) gibt. Billiger wird sie dadurch aber nicht. (aum)

